Min Aung Hlaing: Von Myanmars Armeechef zum Präsidenten

In Myanmar hat das Parlament den ehemaligen Juntachef Min
Aung Hlaing zum Präsidenten des südostasiatischen Landes gewählt. Der 69 Jahre alte General hatte erst am Montag sein Amt als Oberbefehlshaber der Streitkräfte niedergelegt, um bei der Parlamentsabstimmung als Präsident zu kandidieren. Vor rund fünf Jahren hatte das Militär unter seiner Führung die demokratisch gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt. Seitdem hat der Bürgerkrieg in Myanmar fast 93.000 Menschen getötet und mehr als 3,6 Millionen weitere vertrieben.
Der Aufstieg des bisherigen Armeechefs zum Präsidenten folgt auf umstrittene Wahlen im Dezember und Januar, die die militärnahe
USDP-Partei mit überwältigender Mehrheit gewann. Die Vereinten Nationen und zahlreiche westliche Staaten hatten die erste Abstimmung seit dem Militärputsch von 2021 als Farce verurteilt, mit der die Militärherrschaft unter dem Deckmantel einer Scheindemokratie fortgesetzt werden solle.
Mit den Stimmen der USDP-Abgeordneten sowie die im Parlament vertretenen Militärs erhielt Min Aung Hlaing am Freitag die notwendigen Stimmen für das Präsidentenamt. Für Min Aung Hlaing, der die Streitkräfte
15 Jahre lang befehligte, war die politische Staatsspitze ein lang ersehntes Ziel. Analysten zufolge handelt es sich dabei lediglich um einen Wechsel
von der Herrschaft als Militärführer zur Herrschaft als Präsident.
Am Montag hatte Min Aung Hlaing das militärische Kommando an den bisherigen Geheimdienstchef Ye Win Oo übergeben. Dieser gilt
als sein enger Vertrauter.
Source: faz.net