Migration: Viele Tote und Vermisste nachdem Bootsunglück im Mittelmeer

Karte: Libyen mit Tripolis, Zuwara und Al-Sawija

Stand: 09.02.2026 13:32 Uhr

Die Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Nun gab es erneut ein Unglück mit zahlreichen Toten. Ein Schlauchboot ist vor Libyens Küste gekentert. Zwei Frauen überlebten.

Bei einem Bootsunglück vor der libyschen Küste sind nach Angaben der UN 53 Flüchtlinge ums Leben gekommen oder werden noch vermisst. Das Unglück ereignete sich bereits am Freitag, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) in Genf nun mitteilte. Zwei Frauen aus Nigeria hätten überlebt, hieß es. Der Vorfall ereignete sich demnach nördlich von Zuwara im Mittelmeer.

Den beiden Überlebenden zufolge war ihr überfülltes Schlauchboot in der Nacht zum Freitag von Al-Sawija im Westen Libyens gestartet. Etwa sechs Stunden sei dann Wasser eingedrungen und das Boot gekentert. Eine der Überlebenden habe nach eigenen Angaben ihre zwei Babys bei der Tragödie verloren, die andere ihren Ehemann.

Schleuser profitieren von instabiler Lage in der Region

Die Überfahrt über das Mittelmeer nach Europa gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten weltweit. Die Zahl der Migranten, die 2026 auf der zentralen Mittelmeerroute als tot oder vermisst gemeldet wurden, liegt nach Angaben der IOM nun bei 484. Im vergangenen Jahr kamen bei der Überfahrt nach den Angaben der UN-Organisation mehr als 1.300 Flüchtlinge ums Leben oder wurden vermisst. Die tatsächliche Zahl dürfte aber noch deutlich höher liegen als die der erfassten Fälle.

Libyen hat sich dabei in den letzten Jahren mit zum wichtigsten Transitland für Menschen entwickelt, die vor Krieg und Armut in Afrika und dem Nahen Osten fliehen. Ein Großteil der Flüchtlinge kommt aus den Ländern südlich der Sahara. Schleuser profitieren dabei auch von der politisch unsicheren Lage, die seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi 2011 in Libyen herrscht.

Mit Informationen von Moritz Behrendt, ARD-Studio Kairo

Source: tagesschau.de