Meta versagt zusammen mit Jugendschutz: Unter Vierzehn

Die Landesregierungen von Niedersachsen und Thüringen treiben die politische Debatte über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche voran. Sie bringen eine Initiative in den Bundesrat ein, die darauf lautet, Social Media für Kinder unter 14 Jahren zu verbieten und für Jugendliche unter 16 einen „altersgerechten Zugang“ zu schaffen, die Plattformen sollen ihre von KI oder Algorithmen gesteuerten Empfehlungen bei Jugendlichen unterlassen und eine Alterskontrolle einführen. Es brauche ein nationales Gesetz und eine EU-weite Regelung.
Kein Schutz vor sexueller Ausbeutung
Dafür ist es höchste Zeit. Der bislang unbeschränkte Zugang von Kindern zu Social Media geht nämlich mit Verheerungen einher, die gerade in zwei Prozessen in den USA Gegenstand sind. In dem einen, in Los Angeles, lautet die Klage, Google und Meta machten Kinder süchtig und zerstörten ihr Sozialleben. In dem anderen, in Santa Fe, wurde Meta nun zu einer Strafe von 375 Millionen Dollar verurteilt, weil der Konzern Kinder und Jugendliche auf Facebook und Instagram nicht vor sexueller Ausbeutung schütze.
Die Generalstaatsanwaltschaft von New Mexico hatte zur Beweisführung vermeintliche Kinderaccounts von Unter-14-jährigen angelegt. Denen spielten die Netzwerke massenhaft sexuell eindeutiges Material und Anfragen von Erwachsenen zu. Das überzeugte die Jury von der Verantwortungslosigkeit des Digitalkonzerns.
Der Klage folgen hoffentlich massenhaft weitere. Auf etwas anderes als Verbote (die auch durchgesetzt werden) und Widerstand, der ihr Ausbeutungsgeschäftsmodell bedroht, reagieren die Konzerne nämlich nicht.
Source: faz.net