Mercosur-Abkommen: Europa in Gefahr

Könnte Kommissionspräsidentin von der Leyen am Samstag in Brasilien das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem südamerikanischen Staatenbündnis Mercosur mit ihrer Unterschrift besiegeln, wäre das ein seltenes Zeichen der Geschlossenheit Europas.
Mehr als 25 Jahre lang haben sich die Verhandlungen hingezogen, vor einem Jahr war die Einigung zum Greifen nahe, doch erst in dieser Woche hat das Europäische Parlament seine letzten Bedenken hintangestellt. Immerhin.
Was auf dem Spiel steht
Auf der anderen Seite des Atlantiks hoffen so unterschiedliche Staatschefs wie Lula und Milei darauf, dass ihnen Europa endlich die Möglichkeit gibt, einen dritten Weg zwischen der Abhängigkeit vom staatskapitalistischen China und von den ebenfalls nur ihren Vorteil suchenden Vereinigten Staaten zu finden.
Doch anstatt dem Süden Amerikas auf Augenhöhe zu begegnen und auf die immensen Potentiale eines Wirtschaftsraumes von mehr als 700 Millionen Menschen zu setzen, machen sich Macron und Meloni zu Bütteln ihres jeweiligen Agrarsektors.
Auf dem Spiel steht aber nicht weniger als die Handlungsfähigkeit Europas, nicht anders als bei der Unterstützung der Ukraine. Viel Zeit bleibt nicht mehr, um die wachsende Zahl der Zweifler an dem Sinn des Projektes EU zu überzeugen. Trump hat es längst abgeschrieben. Hoffentlich nicht zu Recht.
Source: faz.net