Medizintechnik: DBAG erwirbt Hipp zu Gunsten von mehr qua 200 Millionen Euro

Private Equity mischt im Geschäft mit Medizintechnik mit. Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) erwirbt eine Mehrheit am Auftragsfertiger Hipp Technology, wie sie der F.A.Z, mitteilt. Das Unternehmen solle als Plattform für Zukäufe dienen. Mandatiert für die Transaktion ist die Investmentbank UBS. Der Wert des Unternehmens liegt nach Auskunft aus Finanzkreisen zwischen 200 und 300 Millionen Euro. Auf Anfrage wollen die Beteiligten dazu keine Auskunft geben.

Hipp ist Entwicklungspartner und Auftragsfertiger für Implantate, chirurgische Instrumente und robotergestützte Operationssysteme, die an Medizintechnikhersteller gehen. Daneben beliefert das Unternehmen Hightechunternehmen der Luft- und Raumfahrtindustrie, der Halbleiterbranche und Industrieautomation.

Medizintechnik ist seit Langem eine begehrte Branche für Finanzinvestoren. Bekanntestes Beispiel ist der weit größere und inzwischen börsennotierte Prothesenhersteller Ottobock, an dem eine Zeit lang die Beteiligungsgesellschaft EQT eine Minderheit hielt.

Ceramtec, früher eine Einheit der inzwischen zerschlagenen Metallgesellschaft, ist im Eigentum von BC Partners und der kanadische Pensionsfonds CPPIB. Das Unternehmen aus Plochingen stellt technische Keramiken für die Medizintechnik und andere Branchen her. In der Fachöffentlichkeit erregte es kürzlich durch eine prominente Personalie Aufmerksamkeit: Im September übernahm Carla Kriwet die Führung, die 2022 durch ein drei Monate dauerndes Intermezzo als Vorstandsvorsitzende des Dax-Konzerns Fresenius Medical Care (FMC) aufgefallen war.

Ein komplett auf den Gesundheitssektor spezialisierter Investor ist SHS, mit starkem Engagement in der Medizintechnik.

Für DBAG ist Gesundheit eines von sechs Spezialfeldern – die anderen sind Energie, Umwelt, Infrastruktur, Software und IT-Dienstleistungen. Dem Subsegment Medizintechnik sind im Portfolio der Implantathersteller Polytech sowie VHF zuzurechnen, ein Hersteller von Fräsmaschinen für Dentallabore und Zahnärzte zur Anfertigung von Zahnersatz.

Wechsel von einem Finanzinvestor zum nächsten

Im anstehenden Zukauf Hipp Technology aus der Region Tuttlingen erwirbt DBAG die Mehrheitsanteile von der Schweizer Beteiligungsgesellschaft Endura, der Fonds VIII speist die Transaktion. Unternehmensgründer und Vorstandsvorsitzender Markus Hipp soll den Angaben zufolge mit einem bedeutenden Anteil am Unternehmen beteiligt bleiben.

Hipp Technology, 1993 gegründet, beschäftigt an fünf Standorten rund 350 Mitarbeiter und erzielt nach Auskunft der Endura-Website 80 bis 90 Millionen Euro Jahresumsatz. Unter der Ägide von DBAG soll das Unternehmen international wachsen und sich mit Akquisitionen Technologien und Marktpräsenz einkaufen.