Marktplatz-Betreiber: So will The Platform Group in diesem Jahr aufwärts 2 Mrd. Euro Umsatz kommen

Die TPG konnte im vorigen Jahr erneut Umsatz und Profit steigern, u.a. durch Übernahmen.
Der E-Commerce- und Software-Konzern The Platform Group (TPG) meldet für das vergangene Jahr zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn. Außerdem gibt es eine neue Plattform-Akquisition.
TPG-Chef Dominik Benner im Interview
The Platform Group: „Wir kaufen nicht irre ein“
Dominik Benner, Gründer und CEO des Online-Marktplatz-Betreibers The Platform Group, erklärt im TW-Kurzinterview, warum er sein Plattform-Reich trotz der vielen Akquisitionen nicht überdehnt. Und wie viel Geld er noch in der Kriegskasse hat.
TPG übernimmt AEP Pharma Group
Die Platform Group SE & CO KGaA ist ein europaweites Softwareunternehmen, das in 26 Branchen durch Plattformlösungen tätig ist. Die Gruppe verfügt über 19 Standorte in ganz Europa und hat ihren Hauptsitz in Düsseldorf. Das Netzwerk des Konzerns umfasst mehr als 16.000 Partner, die die Plattformlösungen nutzen, um sowohl B2B- als auch B2C-Kunden anzusprechen. Zu den betreuten Branchen gehören unter anderem das Luxusportfolio, Optik & Hörtechnik, Möbelhandel, Maschinenhandel, Zahnmedizin und Elektronik mit 35 Plattformen, darunter Fashionette, Outfits24, Schuhe24, Taschen24, Bike-Angebot und Möbelfirst.
Die neueste Akquisition ist die AEP Pharma Group. TPG ist seit 2021 mit ApoNow im Bereich pharmazeutische Plattformen aktiv als digitale Schnittstelle zwischen lokalen Apotheken und Pharmaherstellern. Sie verbindet etwa 41.000 Apotheken in vier Ländern. Nach der Übernahme von AEP wird erwartet, dass das Pharma-Segment einen Umsatz von 1,1 Mrd. Euro erreicht. AEP erzielte zuletzt einen Umsatz von mehr als 1 Mrd. Euro. Das Unternehmen ist laut TPG profitabel und beschäftigt derzeit etwa 250 Mitarbeitende. Das zentrale Lager in Alzenau gehöre zu den modernsten pharmazeutischen Logistikzentren Europas.
Marktplatz-Betreiber dreht weiter auf
The Platform Group expandiert in die USA und die Schweiz
Der Online-Marktplatz-Gigant The Platform Group hat in den vergangenen anderthalb Jahren 18 Akquisitionen im In- und Ausland getätigt. Jetzt treiben die Düsseldorfer ihre Internationalisierung weiter voran. Mit zwei neuen Ländergesellschaften in den USA und der Schweiz sowie einem neuen Standort in Frankreich. Dieses ambitionierte Ziel will TPG damit erreichen. Zudem wurde das Führungsteam um zwei Personen erweitert.
AEP betreibt eine B2B-Großhandelsplattform für die Pharmaindustrie und bedient mehrere tausend Apotheken in ganz Deutschland. Die Verkäufer sind eine Gruppe von Aktionären, mit der Österreichischen Post AG als Mehrheitsaktionär ist. Die Transaktion wurde am 26. Januar unterzeichnet. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Im Zusammenhang mit der Übernahme hat das Unternehmen zwei Kapitalerhöhungen ohne Zeichnungsrechte beschlossen, die insgesamt zwei Millionen neue Aktien umfassen, die bei langfristigen Investoren platziert werden sollen, was zu einem Bruttoerlös von 9,8 Mio. Euro führe.
Neuer Deal
The Platform Group übernimmt Sneaker-Retailer 43einhalb
Die Einkaufstour geht weiter: The Platform Group AG (TPG) hat mehrheitlich die 43einhalb GmbH mit Sitz in Fulda übernommen.
Eigenständiges Pharma-Business
Nach der Übernahme von AEP beabsichtigt TPG, das Pharmageschäft als eigenständiges Segment zu etablieren. Künftig wird dieses Segment unter dem Namen Pharma & Service Goods betrieben. Darüber hinaus sollen die pharmazeutischen Aktivitäten als vollständig unabhängige Geschäftseinheit mit eigenem Management-Team organisiert werden.
Aufgrund der bestehenden Aktivitäten von TPG in pharmazeutischen Dienstleistungen ist eine Genehmigung durch das Bundeskartellamt erforderlich. Der Abschluss des Fusionskontrollprozesses wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. In diesem Zusammenhang hat der Vorstand der TPG beschlossen, den Abschluss der zuvor angekündigten Übernahme der Contracta GmbH (Österreich), die am 2. Oktober 2025 bekannt gegeben wurde, nicht fortzufahren, um mögliche Anforderungen oder Beschränkungen der Kartellbehörden zu vermeiden, da Contracta und AEP in identischen Dienstgebieten tätig sind.
Designer Outlet
Investor TPG will DOC Neumünster kaufen
Das Bundeskartellamt prüft den Verkauf des Designer Outlet Centers (DOC) in Neumünster. Nach einem Vermerk der Aufsichtsbehörde plant das US-amerikanische Private Equity-Unternehmen TPG, die Neumünster Designer Outlet-Gesellschaft und ihre alleinige Gesellschafterin, die Luxemburger MGE Neumunster Holdings, Luxemburg, zu übernehmen.
Durch den Deal ändert sich auch die Prognose der TPG für das laufende Jahr. Das GMV soll auf rund 3 Mrd. Euro steigen (bisherige Prognose: 1,7 Mrd. Euro), der Umsatz auf 2 Mrd. Euro (bisherige Prognose: 1 Mrd. Euro). Für das Ebitda werden 90 Mio. bis 100 Mio. Euro prognostiziert (70 Mio. bis 80 Mio. Euro). Die Anzahl der Partner erhöht sich auf mehr als 25.000. Die erwarteten tatsächlichen Zahlen für das Geschäftsjahr 2026 werden von TPG nach Abschluss der Transaktion veröffentlicht.