Marktbericht: Schlüsselmarke im Deutscher Aktienindex in Gefahr

Händler an der Frankfurter Börse


marktbericht

Stand: 14.11.2025 09:26 Uhr

Nach dem jüngsten Kursrutsch ist die technische Lage im DAX brenzlig: Sollte nun die Marke von 24.000 Punkten auf Wochensicht fallen, droht ein neuer Ausverkauf am deutschen Aktienmarkt.

Nach der scharfen Kehrtwende gestern geht es am deutschen Aktienmarkt auch zum Wochenschluss weiter abwärts. Der DAX fällt im frühen Handel um 0,6 Prozent auf 23.905 Punkte – und damit unter die wichtige 24.000-Punkte-Marke.

Die runde DAX-Marke ist aber nicht nur psychologisch bedeutsam: Knapp unter ihr verlaufen mit der für den mittelfristigen Trend maßgeblichen 50-Tage-Linie (aktuell bei 23.991 Zählern) und dem kurzfristigen Abwärtstrend (aktuell bei 23.976 Stellen) auch wichtige charttechnische Leitplanken.

Sollte der DAX heute per Wochenschlusskurs darunter schließen, würden sich die kurz- wie mittelfristigen Perspektiven am deutschen Aktienmarkt schlagartig eintrüben. Anlegerinnen und Anleger müssten sich dann auf weitere Kursverluste einstellen.

Doch was hat den Stimmungsumschwung an den weltweiten Aktienmärkten bewirkt? Am Donnerstag hatten Vertreter der US-Notenbank Federal Reserve die Hoffnungen auf eine Zinssenkung in den USA im kommenden Monat gedämpft. Laut dem Fed Watch Tool rechnen nun nur noch 52,1 Prozent der Marktteilnehmer für die Fed-Sitzung im Dezember mit einem Zinsschritt nach unten. Zum Vergleich: Einen Tag zuvor waren es noch 62,9 Prozent gewesen.

Hinzu kommen neu aufgekeimte Ängste der Anlegerinnen und Anleger vor zu hohen Bewertungen im Technologiesektor. Die Furcht vor einem Platzen der KI-Blase erlebt an den Märkten ein Comeback.

Negative Vorgaben für den DAX kommen von den US-Futures, die am Morgen ins Minus gedreht haben. Der Future auf den Dow Jones notiert 0,2 Prozent tiefer, während der Future auf den technologielastigen Nasdaq 100 um 0,5 Prozent nachgibt. Damit zeichnen sich zum Wochenschluss erneute Kursverluste an der Wall Street ab. Am Donnerstag hatte der Dow Jones 1,6 Prozent tiefer geschossen.

Die Aktienmärkte in Asien haben sich zum Wochenschluss dem weltweiten Ausverkauf angeschlossen. Der japanische Leitindex Nikkei verabschiedete sich mit einem Minus von 1,8 Prozent auf 50.376 Punkte ins Wochenende, vor allem Technologie- und KI-Aktien standen unter Druck. Für den technologielastigen Hang Seng in Hongkong ging es um 1,8 Prozent nach unten. Die Börse in Shanghai büßte 1,0 Prozent ein.

Die Ölpreise legen nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Öldepot im russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk zu. Am Rohstoffmarkt verteuert sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee aktuell um 1,4 Prozent auf 63,92 Dollar je Barrel (159 Liter).

Die Berichtssaison am deutschen Aktienmarkt liegt in den letzten Zügen. Siemens Energy schraubt nach einem Umsatz- und Gewinnsprung seine mittelfristigen Ziele erneut nach oben. Zudem zahlt der Energietechnikkonzern erstmals seit vier Jahren wieder eine Dividende. Die Papiere schnellen im frühen Handel prozentual zweistellig nach oben.

Auch für Allianz-Aktien geht es nach oben. Der Versicherungskonzern wird nach einer deutlichen Gewinnsteigerung in den ersten neun Monaten für 2025 optimistischer. Das operative Ergebnis werde mit „hoher Wahrscheinlichkeit“ bei 17 bis 17,5 Milliarden Euro liegen. Zuvor war die Allianz von 15 bis 17 Milliarden Euro ausgegangen.

Papiere von Siemens versuchen sich nach ihrem Kurseinbruch am Vortag zu stabilisieren. Analyst Phil Buller von JPMorgan lobte in seinem Resümee die starken Signale vom Kapitalmarkttag. Der „pragmatische Ausblick“ sei überhart abgestraft worden.

Der IT-Dienstleister Bechtle rechnet im Schlussquartal mit einem positiven Geschäftsverlauf. Um das Jahresziel zu erreichen, muss der Gewinn vor Steuern im vierten Quartal allerdings um knapp 25 Prozent steigen. Vorstandschef Thomas Olemotz setzt auf einen sehr starken Endspurt.“ Der Trend im Oktober stimmt uns optimistisch.“

Mit Informationen von Angela Göpfert, ARD-Finanzredaktion.

Source: tagesschau.de