Marktbericht: Optimismus an weltweiten Börsen hält an
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Die Börsen in Asien und den USA sind den zweiten Tag in Folge gestiegen. Hintergrund sind die Hoffnung auf eine Einigung im Iran-Krieg und fallende Ölpreise. Der DAX könnte verhaltener reagieren.
Am deutschen Aktienmarkt dürften die Anleger heute zunächst die weiteren Entwicklungen im Iran-Krieg abwarten. Der DAX wird heute zum Handelsstart kaum verändert erwartet. Broker von IG gehen von einem Minus von 0,1 Prozent im Vergleich zu Dienstag aus. Die 24.000 Punkte-Marke könnte somit halten.
Der DAX war am Dienstag mit einem deutlichen Plus von knapp 1,3 Prozent aus dem Handel gegangen. Hier hatte die Hoffnung auf ein mögliches Ende des Iran-Krieges die Kurse angetrieben.
„Die beeindruckende Kursentwicklung bei Risikoanlagen deutet darauf hin, dass die Märkte bereit sind, über die unmittelbaren Auswirkungen des Nahostkonflikts hinwegzusehen“, sagte Tony Sycamore, Analyst bei IG.
Die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche beflügelt die Börsen in Ostasien und den USA. Grund sind auch die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump. So sagte Trump dem amerikanischen Fernsehsender Fox News, dass er glaube, der Iran-Krieg sei „fast vorbei“.
Zuvor hatte Trump vage Andeutungen über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde in dem Konflikt im Laufe der Woche gemacht. US-Vizepräsident JD Vance erklärte, Präsident Donald Trump wolle nicht nur keinen kleinen Deal, er wolle ein großes Abkommen. Die Verhandlungsteams der USA und des Iran könnten Insidern zufolge noch in dieser Woche für Friedensgespräche nach Islamabad zurückkehren.
Das sorgte am Dienstag für steigende Kurse an der Wall Street. Der US-Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,7 Prozent auf 48.536 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 2,0 Prozent auf 23.639 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 legte 1,2 Prozent auf 6.967 Stellen zu.
„Dass sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran von Raketen auf Worte verlagert, nährt bei den Anlegern die Hoffnung, dass die Auseinandersetzung bald beigelegt wird“, sagte Bob Savage, Chefstratege bei der Bank of New York Mellon.
Auch an den ostasiatischen Börsen gab es heute zunächst positive Bewegungen. Der südkoreanische Leitindex Kospi kletterte bis zum Vormittag (Ortszeit) um ganze drei Prozent, der japanische Nikkei 225 stieg rund eineinhalb Stunden vor Handelsende knapp ein Prozent.
Hongkongs Hang Seng Index legte etwa 0,8 Prozent zu. Der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem chinesischen Festland abbildet, kletterte um 0,2 Prozent. Der australische S&P ASX 200 gewann bis zum Mittag leicht um 0,2 Prozent.
Die Ölpreise sind unterdessen heute Morgen weiter gesunken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent befindet sich derzeit mit rund 94,5 Dollar deutlich unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar.
Die Weltbank stellt vom Nahost-Krieg schwer getroffenen Staaten in den kommenden 15 Monaten Finanzhilfen von 80 bis 100 Milliarden Dollar in Aussicht. Dies kündigte Weltbank-Präsident Ajay Banga am Dienstag am Rande der Frühjahrstagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) an.
Die Ankündigung unterstreicht die wachsende Sorge vor den wirtschaftlichen Folgen des Krieges. Der IWF hatte kurz zuvor seine globale Wachstumsprognose wegen der stark gestiegenen Energiepreise gesenkt. Die Weltwirtschaft könne sich bei einem schnellen Ende des Krieges schnell erholen, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgieva. Sollte er sich jedoch über den Sommer hinziehen, werde sich die Lage verschlechtern.
Die EU will einem Medienbericht zufolge die Stromsteuern senken und den Ausbau erneuerbarer Technologien beschleunigen. Damit sollen Verbraucher vor den deutlich gestiegenen Öl- und Erdgaspreisen infolge des Iran-Krieges geschützt werden, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag aus einem Entwurf der EU-Kommission.
Dem Bericht zufolge will die EU gezielt Elektrizität verbilligen. Zudem soll es den Mitgliedstaaten erleichtert werden, die Stromsteuer für energieintensive Industrien auf null zu senken. Eine Sprecherin der EU-Kommission lehnte eine Stellungnahme ab.
Der KI-Entwickler Anthropic hat laut Business Insider mehrere Investitionsangebote mit einer Bewertung von bis zu 800 Milliarden Dollar erhalten. Dies wäre mehr als doppelt so viel wie die aktuelle Bewertung. Das Unternehmen hinter dem KI-Modell Claude widerstehe bisher den Angeboten für eine neue Finanzierungsrunde, meldete Bloomberg. Das Unternehmen prüft einen möglichen Börsengang in diesem Jahr.
Source: tagesschau.de