Marktbericht: Deutscher Aktienindex kommt kaum vom Fleck

Händler an der Frankfurter Börse.


marktbericht

Stand: 10.02.2026 18:20 Uhr

Nach einem schwungvollen Wochenstart war der DAX heute behäbig unterwegs. Er pendelte um die Marke von 25.000 Punkten. Die teils freundlichen US-Börsen änderten nichts daran. Einige Bilanzen enttäuschten.

Nach einem schwachen Start ist der DAX um die Marke von 25.000 Punkten gependelt. Gestern ging es für den DAX noch dynamisch in diese neue Handelswoche – sogar mit einem Sprung über diese Marke. Am Ende des heutigen Handels stand ein Minus von 0,1 Prozent bei 24.987,85 Punkten auf der Kurstafel. Einige Unternehmen hatten mit ihren Bilanzen enttäuscht.

„Neben der nach wie vor hohen Makrounsicherheit, die in erster Linie von der erratischen Wirtschaftspolitik der Trump-Administration ausgeht, verunsichern zunehmend auch unternehmensspezifische Themen die Investoren dies- und jenseits des Atlantik“, fasst Martin Lück, Kapitalmarkt-Experte von Macro Monkey, die allgemeine Lage zusammen.

Positive Signale aus Japan schlugen unterdessen beim DAX nicht durch. Der Wahlsieg der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi treibt vor allem den Nikkei an – von Rekord zu Rekord. Der japanische Leitindex stieg um rund 2,3 Prozent auf 57.650 Punkte, den bislang höchsten Schlussstand.

„In Japan ist die Euphorie ungebrochen hoch“, stellt Fondsmanager Thomas Altmann von Vermögensverwalter QC Partners fest. Seit Jahresbeginn steht beim Nikkei ein Plus von fast 15 Prozent.

Die in Japan von der neuen Regierungschefin angestrebten Konjunkturprogramme für Unternehmen heben offenbar die Laune von Anlegerinnen und Anlegern. Analysten erwarten jedoch langfristig eine Abschwächung des Yen und weisen darauf hin, dass Takaichis Finanzpolitik die ohnehin schwache Währung ‌belasten ‍könnte.

Einige positive Überraschungen seitens deutscher Unternehmen gab es am heutigen Handelstag aber doch: Einen Tag früher als gedacht zog die Commerzbank Quartals- und Jahresbilanz: 2025 hatte sie – trotz Restrukturierungskosten – fast so viel ‍Gewinn erwirtschaftet wie ein Jahr zuvor und schüttet diesen wie angekündigt komplett an die Aktionäre aus. Der Nettogewinn lag 2025 bei 2,63 Milliarden Euro – höher als die prognostizierten 2,5 Milliarden.

Für die Aktionäre gab es weitere gute Nachrichten: Die Dividende steigt von 65 Cent auf 1,10 Euro und die Bank wird weitere Aktien zurückkaufen, für mehr als eine halbe Milliarde Euro. Es ist der sechste Rückkauf seit 2023. Die Aktien sollen später eingezogen werden. Insgesamt würde die Bank nach Abschluss des Rückkaufs gut vier Prozent der eigenen Aktien halten. Die Nachrichten kamen an der Börse gut an: Die Commerzbank-Aktie stieg heute überdurchschnittlich, gab die Gewinne aber großteils wieder ab im Handelsverlauf und schloss mit moderaten Abschlägen.

Tagessieger im DAX wurde die Symrise-Aktie. Sie profitierte von einem positiven Analysten-Kommentar: Goldman Sachs hatte die Titel des Aromenherstellers von „Neutral“ auf „Buy“ gehoben. Die Aktie von Symrise stieg danach kräftig an und stand auf dem höchsten Niveau seit Oktober des vergangenen Jahres. Auf Sicht eines Jahres hat sie allerdings gut ein Fünftel an Wert verloren.

Enttäuscht reagierten dagegen Anleger des Reisekonzerns TUI. Die Titel rutschten im MDAX um zeitweise um fast acht Prozent ins Minus. TUI hatte berichtet, dass die Buchungen für die Sommersaison verhalten laufen. In Summe aber verzeichnet der Reiseanbieter ein deutliches Plus bei den Gästezahlen und konnte den operativen Gewinn zum Winterstart steigern – vor allem wegen guter Geschäfte mit Hotels und Kreuzfahrten. Diesmal schaffte TUI das beste erste Quartal der Firmenhistorie.

Ebenfalls im MDAX rauschten die Titel von TeamViewer um bis zu ‌neun ‍Prozent in die Tiefe. Das Softwarehaus bleibt nach einem mageren Umsatzplus 2025 für das laufende Jahr auf der Hut.

Diese Nachricht hat Unruhe unter Anlegerinnen und Anlegern ausgelöst. An den Märkten fragt man sich immer wieder, ob sich diese riesigen Investitionen in KI auch wirklich in Zukunft auszahlen. Die Angst vor einer möglichen Blase rund um das Börsen-Boom-Thema Künstliche Intelligenz schwingt nach wie vor mit.

Source: tagesschau.de