Marktbericht: Deutscher Aktienindex dürfte mit Gewinnen starten

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Stand: 24.02.2026 • 07:34 Uhr

Trotz schwacher Vorgaben der Wall Street könnte der deutsche Leitindex über 25.000 Punkten in den Handel starten. Aber der Zoll-Streit und akute geopolitische Sorgen bleiben ein Unsicherheitsfaktor.

Der Broker IG hat den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Auftakt 0,2 Prozent höher auf 25.031 Punkte taxiert. Zum Wochenauftakt war der DAX unter die Marke von 25.000 Punkten gerutscht und hatte rund 1,1 Prozent verloren. Die von US-Präsident Donald Trump verhängten neuen Zölle von zunächst zehn und mittlerweile 15 Prozent schürten erneut Unsicherheit an den Finanzmärkten.

„Die Mutigen sind aktuell in der Minderheit“, stellt Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners fest. Die Doppel-Unsicherheit aus Zöllen und dem Iran-Konflikt münde in einer erhöhten Risikoaversion.

„Das Zollchaos geht nun in die nächste Runde und dürfte die Märkte noch eine Weile beschäftigen“, sagt IG-Analyst Christian Henke. Keiner wisse mehr wirklich, welche Zölle wie lange jetzt noch gelten oder ob man gar auf Rückzahlungen hoffen kann – allein die jetzt wieder herrschende Unsicherheit sorge für Nervosität und Verkäufe am Aktienmarkt, so Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.

Die Vorgaben der US-Börsen fallen äußerst schwach aus. Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen von Künstlicher Intelligenz (KI) für Geschäftsmodelle bestimmter Firmen drückten wie auch schon in den Vorwochen auf die Kurse. Dazu kam neue Unsicherheit über die US-Handelspolitik, nachdem der Oberste US-Gerichtshof einen Teil der Zölle von Trump gekippt hatte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,7 Prozent tiefer auf 48.804 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab ein Prozent auf 6.837 Zähler nach und der Index der Technologiebörse Nasdaq 1,1 Prozent auf 22.627 Stellen.

In den USA zeigen sich jetzt auch erste Folgen des Zoll-Urteils: Der US-Logistikkonzern Fedex dringt mit einer Klage gegen die Trump-Regierung auf eine Rückerstattung bereits gezahlter Zölle. Es geht dabei um die Importgebühren, die der Oberste Gerichtshof jüngst als unrechtmäßig eingestuft hat.

Man verlange die „vollständige Rückzahlung“ aller gezahlten Zölle, die auf dem IEEPA genannten Notstandsgesetz fußten, heißt es in der beim Gericht für internationalen Handel in New York eingereichten Klage. Sie richtet sich gegen die Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP, die dem US-Heimatschutzministerium untersteht.

Im Ringen um die Übernahme von Warner Bros Discovery hat Paramount Skydance das Angebot erhöht. Damit wolle das von David Ellison geführte und vom Oracle-Milliardär Larry Ellison unterstützte Unternehmen den bereits vereinbarten Verkauf an Netflix doch noch verhindern, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Bei dem Bieterstreit geht es um eines der wertvollsten Portfolios in Hollywood, zu dem die „Harry Potter“-Reihe, der Streamingdienst HBO Max und der Nachrichtensender CNN gehören.

Eine genaue Summe wurde nicht bekannt. Das ursprüngliche Angebot von Paramount für das gesamte Unternehmen lag bei 108,4 Milliarden Dollar. Der von Warner Bros. favorisierte Bieter Netflix hatte hingegen 82,7 Milliarden Dollar in bar für die Studios und Streaming-Angebote geboten.

Der europäische Automarkt ist schwach in das Jahr 2026 gestartet. Die Zahl der Neuzulassungen in der Europäischen Union ging um 3,9 Prozent verglichen mit dem Vorjahr zurück, wie aus Daten des Branchenverbandes ACEA hervorgeht. Die beliebteste Antriebsform in der EU bleiben Hybridfahrzeuge mit 38,6 Prozent Marktanteil, gefolgt von Benzinautos mit 22 Prozent.

Stärker gefragt als vor Jahresfrist waren Elektroautos, die ihren Marktanteil auf 19,3 Prozent steigerten, nach lediglich 14,9 Prozent vor Jahresfrist.

Source: tagesschau.de