Marktbericht: Deutscher Aktienindex beendet Tag mit Verlusten
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Zur Wochenmitte ist der DAX zwischenzeitlich etwas stärker unter Druck geraten. Nicht nur eine Razzia bei der Deutschen Bank beunruhigte die Anleger, sondern auch deutliche Worte der Finanzaufsicht BaFin.
Der DAX beendet den Tag mit einem Verlust von 0,3 Prozent bei 24.823 Punkten. Belastet haben ihn heute die Papiere der Deutschen Bank. Sie gerieten unter Druck, nachdem bekannt geworden war, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt die Büros des größten deutsches Finanzinstituts wegen des Verdachts auf Geldwäsche durchsucht hat.
Die Aktien der Deutschen Bank rutschten in der Spitze um fast drei Prozent auf ein Wochentief von 32,23 Euro ab. Beamte des Bundeskriminalamts durchkämmten Räume wegen des Verdachts „gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank AG“. Das Kreditinstitut bestätigte die Durchsuchungen und betonte, man arbeite „vollumfänglich“ mit der Staatsanwaltschaft zusammen.
Die Deutsche Bank habe in der Vergangenheit Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften unterhalten, die im Verdacht stünden, „zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt worden zu sein“, teilten die Ermittler mit.
Die Vorwürfe kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Morgen präsentiert der DAX-Konzern seine Bilanz für das Jahr 2025. Analysten erwarten, dass die Deutsche Bank 2025 mit knapp sechs Milliarden Euro deutlich mehr Gewinn gemacht hat als im Jahr zuvor.
Bester DAX-Titel war heute Infineon. Die Chipaktie erreichte den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren. Am Morgen hatte der Chipausrüster ASML aus den Niederlanden einen rekordhohen Auftragseingang gemeldet und sich optimistisch für das laufende Jahr geäußert.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin, hat sich mit einer deutlichen Warnung zu Wort gemeldet. Sie warnt angesichts des großen Optimismus an den Finanzmärkten vor wachsenden Risiken. Das Potenzial für plötzliche Markt- und Preiskorrekturen sei hoch. Marktteilnehmer hätten stabilitätsbedrohende Faktoren wie militärische und handelsbezogene Konflikte und die hohe Verschuldung wichtiger Industrienationen nicht ausreichend im Blick.
„Wenn es in so einer unsicheren Welt beim Marktoptimismus, bei der Risikonahme in privaten Märkten und beim Wachstum von leicht regulierten Vehikeln so weitergeht, dann muss es irgendwann knallen“, sagte BaFin-Präsident Mark Branson in Frankfurt. Mit Finanzvehikeln bezieht sich Branson auf besondere Anlageformen, die auf Optionen oder Futures basieren, wie sie etwa Hedgefonds einsetzen.
Sorgen bereitet den Aufsehern zudem die schwächelnde heimische Wirtschaft. Branson warnte auch davor, dass der Dollar als globale Leitwährung an Bedeutung verlieren könnte. Entscheidend dafür sei das schwindende Vertrauen in die Stabilität und Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed).
Der Dollar profitiert seit Jahrzehnten davon, dass die Fed unabhängig und frei von politischer Einflussnahme ist. Dieses Fundament sieht Branson jedoch gefährdet. Die wiederholten drastischen Versuche von US-Präsident Donald Trump, zentrale Institutionen politisch zu instrumentalisieren, könnten dieses Vertrauen untergraben.
Die Unabhängigkeit der US-Notenbank rückt an diesem Mittwoch einmal mehr in den Fokus des Geschehens: Heute entscheidet die Fed über die Höhe der Zinsen. Ökonomen gingen davon aus, dass das Zinsniveau in den USA unverändert bleibt und in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent verharrt.
In engem Zusammenhang mit der Schwäche des Dollar steht der jüngste Rekordpreis beim Gold. Eine Feinunze kostete heute erstmals mehr als 5.300 Dollar. Weitere wichtige Ereignisse stehen nach Handelsende in den USA an. Mit Meta, Microsoft und Tesla präsentieren gleich mehrere US-amerikanische Tech-Unternehmen ihre Quartalszahlen.
Bei den Tech-Konzernen bleibt die Frage, inwieweit Investoren bereit sind, die hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) mitzutragen, während offen ist, wann sich diese Summen auszahlen.
Source: tagesschau.de