Marktbericht: Anleger wünschen hinauf Abkommen zwischen USA und Iran

Händler an der New Yorker Börse.


marktbericht

Stand: 14.04.2026 • 07:27 Uhr

Die Hoffnung auf ein Abkommen zwischen dem Iran und den USA ist noch nicht gestorben. Neue Spekulationen von US-Präsident Trump treiben die Börsen an. Anleger reagieren weltweit mit verhaltenem Optimismus.

Die weltweiten Märkte werden heute von der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg getrieben. Nach leichten Verlusten am deutschen Aktienmarkt am Montag wird nun mit einem positiven Handelsauftakt gerechnet. Der Broker IG taxiert den DAX 0,6 Prozent höher auf 23.890 Punkte.

Schon zu Wochenbeginn hatte der Leitindex seine Verluste deutlich eingegrenzt. Vorerst bleibt die Marke von 24.000 Punkten im Blickfeld.

Nach ​Angaben der US-Regierung laufen trotz der am Wochenende gescheiterten Friedensgespräche weiterhin Verhandlungen mit Teheran. US-Präsident Donald Trump sagte am Montag, der Iran habe „heute Morgen angerufen“ und wolle eine Einigung erzielen.

Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran haben nach Darstellung von US-Vizepräsident JD Vance zu echten Fortschritten geführt – jetzt liege der Ball aber bei den Iranern. Trotz bestehender Differenzen sei vieles in die richtige Richtung gelaufen, sagte Vance dem Sender Fox News. Eine entsprechende öffentliche Äußerung aus Iran gab es zunächst nicht.

Die Hoffnung auf einen möglichen Deal hatte daraufhin den US-Aktienmarkt gestützt, der seine frühen Verluste abschüttelte und den Handel mit Zuwächsen beendete. Für den S&P 500 ging es um rund 1,0 Prozent auf 6.886 Zähler hinauf. Der marktbreite und daher besonders aussagekräftige Index machte seine seit Beginn des Iran-Kriegs verbuchten Verluste damit wett.

Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss am Montag mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 48.218 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann knapp 1,1 Prozent auf 25.384 Punkte.

Auch die Börsen in Ostasien sind nach den Spekulationen mit deutlichen Kursanstiegen in den heutigen Handelstag gestartet. Der japanische Leitindex Nikkei 225 stieg zwischenzeitlich um 2,5 Prozent, der südkoreanische Kospi legte knapp 3,5 Prozent zu.

Der Hongkonger Hang Seng Index stieg unmittelbar nach Handelsstart um 1,1 Prozent. Der CSI-300-Index, der die wichtigsten Aktien auf dem chinesischen Festland abbildet, kletterte im Verlauf um ein Prozent. Der australische S&P ASX 200 gewann bis zu Mittag knapp 0,7 Prozent. Damit scheinen die Märkte auf einen baldigen Deal zwischen Washington und Teheran zu setzen.

In Reaktion auf die erst einmal abgebrochenen Nahost-Gespräche hatte US-Präsident Trump zuvor eine Seeblockade der Straße von Hormus angekündigt, die seit Montagnachmittag deutscher Zeit in Kraft ist. Die US-Marine werde alle Schiffe blockieren, die iranische Häfen anlaufen oder von ihnen auslaufen, drohte Trump. Die Vereinigten Staaten wollen damit verhindern, dass Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öl-Einnahmen abschneiden.

Die Ölpreise stiegen daraufhin in die Höhe, sanken heute Morgen aber wieder. Am Rohstoffmarkt verbilligte sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 1,4 Prozent auf 97,98 ​Dollar je Barrel (159 Liter) – und lag damit wieder unter der wichtigen psychologischen Marke von 100 Dollar. Das US-Öl WTI notierte 2,1 Prozent ‌schwächer bei 97,01 Dollar. Die Ölpreise gaben nach, da die Erwartungen einer diplomatischen Lösung die Sorgen über Lieferunterbrechungen überwogen.

Der April könnte dem Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, zufolge für die Energiemärkte und die Weltwirtschaft aufgrund des Iran-Krieges dennoch ein schwierigerer Monat werden als der März. Während im März noch Lieferungen aus der Region eingetroffen seien, die „lange vor Beginn der Krise verladen wurden“, sei im April „nichts verladen worden“, sagte Birol in Washington.

Die Welt steht Birol zufolge vor einer großen Herausforderung in Bezug auf Energiesicherheit. „Kein Land ist gegen dieses Problem immun“, sagte er. „Je länger die Unterbrechung anhält, desto gravierender wird das Problem.“

Die Europäische Union hat sich vorläufig darauf geeinigt, die Stahlimporte nahezu zu halbieren und Zölle von ‌50 Prozent auf ​überschüssige Lieferungen zu erheben. Die Maßnahmen sollen die Stahlindustrie der EU vor Überproduktion aus anderen Ländern schützen. Vertreter des Europaparlaments und des Rates einigten sich, die zollfreien Importe auf 18,3 Millionen Tonnen pro Jahr zu begrenzen.

Source: tagesschau.de