Marken-Strategie: „Präzision und Poesie“: So steuert Gründer Vis Bi die Marke Uppervoid

Outdoor- und Sportbekleidungsmarken bewegen sich oft zwischen den Kategorien Leistung und Lifestyle. Wie positioniert sich Uppervoid in diesem Spektrum und wie beeinflusst das die Produktentwicklung?
Wir positionieren uns klar auf der Performance-Seite des Spektrums, und unsere F&E-Prozesse sind bis zum Schluss sehr logisch und technisch ausgerichtet. Wir beginnen immer mit einem konkreten Anwendungsfall und definieren daraus die zu lösenden Probleme. Dann gehen wir dazu über, welche Materialien und Ausstattungskomponenten wir als Grundlage verwenden können, bis hin zu Schnittmustern, Fertigungstechniken und Funktionen.

Wie geht es dann weiter?
Erst am Ende dieser Prozesse gehen wir zu den ästhetischen Aspekten über, indem wir Drucke, Farben und leichte Silhouettenanpassungen vornehmen, ohne die funktionale Integrität des Endprodukts zu beeinträchtigen. Wir bezeichnen alles, was wir herstellen, nach wie vor als Produkt und nicht als Style. Wir haben auch sehr spezifische Funktionen für jede unserer Produktlinien und unterscheiden innerhalb dieser nach Anwendungsszenarien für die jeweilige Linie.  Zum Beispiel „Altitude“ fürs Bergsteigen, „Length of Days“ für Trekking und „Distance“ für Trailrunning.

Mit Blick auf die Zukunft: Welche Produktkategorien oder Innovationen sehen Sie als wichtige Wachstumstreiber in den nächsten Saisons? Gibt es neue Segmente oder Technologien?
Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Märkten. Für die EU sehen wir mehr Potenzial in der Neuinterpretation bestehender Kategorien mit multifunktionaler Nutzung und moderner Ästhetik als in neuen Kategorien. Gleichzeitig entwickeln wir revolutionäre, nachhaltige Materialien. Allerdings stellen wir Funktionalität immer vor reine Nachhaltigkeit.

Für unseren asiatischen Markt sehen wir viel mehr Antriebskraft in den Kategorien selbst. Wir haben eine solide Grundlage mit unserem Schuhwerk, aber auch „neue“ Kategorien für den Markt, wie Softshells, Trinkrucksäcke und Daunen- bzw. isolierte, gepolsterte Hardshells.

Nachhaltigkeit gilt insbesondere im Outdoor-Bereich als wichtig. Wie stehen Sie dazu?
Wir waren schon immer der Meinung, dass Nachhaltigkeit für eine Outdoor-Marke ein Muss ist, das nicht extra vermarktet werden muss, während gleichzeitig die funktionale Integrität gewahrt bleibt. Gleichzeitig beziehen wir stets Materialien, die recycelt, spinngefärbt, ungefärbt, aus Restbeständen oder biobasiert sind.

Wo schauen Sie besonders hin?
Wir verlagern unsere Nachhaltigkeitsbemühungen weiter nach oben in der Wertschöpfungskette, wo die industrielleren Prozesse stattfinden. Wir achten sehr sorgfältig darauf, welche Teile des Herstellungsprozesses besonders umweltschädlich sind und wo wir Maßnahmen ergreifen müssen, um die technische Leistungsfähigkeit unserer Produkte zu erhalten. Was die Markenstrategie angeht, ist es unser übergeordnetes Ziel, die Lebensdauer unserer Produkte zu verlängern, indem wir hochwertige Produkte in Funktion und Qualität mit einem zeitlosen und dennoch modernen Design herstellen.

Welche Märkte oder Regionen sehen Sie als strategische Prioritäten für die Expansion an, und wie sieht Ihr Fahrplan für die internationale Expansion aus?
Unsere drei größten Märkte sind und bleiben auf absehbare Zeit die EU, Asien (China, Japan und Korea) und Nordamerika. In den ersten beiden Märkten wachsen wir stetig, und Nordamerika wäre unser größter und letzter Markt.

Der Outdoor- und Active-Lifestyle-Sektor entwickelt sich kontinuierlich weiter. Worauf schauen Sie besonders und was steht auf Ihrer Agenda?
Natürlich wird den größten Einfluss haben, wie viele Menschen an Outdoor-Aktivitäten teilnehmen den größten Einfluss haben. Und um ehrlich zu sein, denke ich, dass der Einsatz von KI allen viel Zeit sparen wird und die Menschen zurück zur Natur finden werden.