Marco Rubio in Ungarn: US-Regierung sichert Viktor Orbán Unterstützung z. Hd. Parlamentswahl zu

US-Außenminister Marco Rubio hat sich bei seinem Besuch in Ungarn demonstrativ hinter den ungarischen Regierungschef Viktor Orbán gestellt. „Ich kann Ihnen mit Zuversicht sagen, dass Präsident Trump sich zutiefst für Ihren Erfolg einsetzt“, sagte Rubio mit Blick auf die Parlamentswahl in Ungarn im April – und ergänzte: „Denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg.“

In der Hauptstadt Budapest sprach Rubio von einem „goldenen Zeitalter“ der ungarisch-US-amerikanischen Beziehungen. Vor seiner Reise nach Ungarn hatte der US-Außenminister gesagt, bei dem Treffen mit Orbán gehe es darum, „unsere gemeinsamen bilateralen und regionalen Interessen zu stärken, einschließlich unseres Engagements für Friedensprozesse zur Lösung globaler Konflikte“.

Orbán bezeichnete sich wiederholt selbst als „Freund“ von US-Präsident Donald Trump und setzt sich dabei ebenso wie bei seiner Haltung zum Ukraine-Krieg von den meisten Staats- und Regierungschefs der EU ab. Trotz des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine pflegt das Nato- und EU-Mitgliedsland weiterhin gute Beziehungen zu Russlands Führung und ist stark von russischen Energielieferungen abhängig.

Bei einem Besuch in Washington konnte Orbán erreichen, dass sein Land von US-Strafmaßnahmen gegen Staaten ausgenommen ist, die russisches Öl und Gas importieren. In den Gesprächen zwischen Rubio, Orbán und Vertretern beider Länder soll es auch um eine Zusammenarbeit im Bereich ziviler Atomkraft gehen.

Orbán hofft auf Besuch Trumps vor den Wahlen

Die Parlamentswahlen in Ungarn finden am 12. April statt. Der seit 2010 regierende rechtsnationalistische Ministerpräsident Orbán steht unter Druck; seine Fidesz-Partei liegt in Umfragen derzeit hinter der oppositionellen Tisza-Partei. An deren Spitze steht Péter Magyar, der sich vom Fidesz-Mitglied zum Regierungskritiker gewandelt hat. Inzwischen prangert er offen die Korruption der Regierung an. Zu Demonstrationen in Budapest, die Magyar initiiert hatte, waren im Frühjahr 2024 sowie Ende 2025 jeweils Zehntausende Menschen erschienen.

Zuvor hatte Rubio am Sonntag auch die Slowakei besucht. Beide Staaten werden von Populisten regiert, die innerhalb der Europäischen Union in der Kritik stehen. Sie lehnen eine Unterstützung der Ukraine im russischen Angriffskrieg in weiten Teilen ab und unterhalten gute Beziehungen zur Trump-Regierung. Orbán hofft auf einen Besuch Trumps in Ungarn im Vorfeld der Wahlen, um so seine Umfragewerte und seine Chancen auf eine Wiederwahl zu verbessern.