Logistikzentrum Erfurt: Bodo Ramelow: Kampf um Zalando-Standort noch nicht verloren

Noch nicht aussichtslos? Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow macht sich für die Rettung des Zalando-Logistikstandorts Erfurt stark.
Thüringens Ex-Ministerpräsident war vor seiner Politik-Karriere Gewerkschaftsfunktionär. Nun unterstützt er den Zalando-Betriebsrat in Erfurt. Das Unternehmen warnt vor falschen Hoffnungen.
Kurzarbeit im Gespräch
Der Linke-Politiker, der vor dem Einstieg in die Politik Gewerkschaftsfunktionär war, brachte Kurzarbeit und Qualifizierungsprogramme für die Zalando-Belegschaft ins Spiel. Damit könnten mögliche Investitionen in den Standort flankiert werden. „Wenn wir über den Standort Erfurt reden, dann reden wir nicht nur über 2700 originär dort Beschäftigte, sondern auch über mindestens noch einmal 1000 Personen, die direkt oder indirekt dienstleistend für den Standort Erfurt tätig sind“, heißt es in den Briefen an Bas und Nahles. Es gehe darum, wie der Standort Erfurt so leistungsfähig wie der von Zalando präferierte Standort Gießen gemacht werden könne.
Arbeitsvermittler im Logistikzentrum
Rund zwei Wochen nach der Zalando-Entscheidung sucht die Thüringer Landesregierung ebenfalls nach Perspektiven für die Beschäftigten und den Standort. Seit Wochenbeginn ist die regionale Arbeitsagentur mit acht Vermittlern direkt in dem Unternehmen vertreten. Zunächst sollen nach Angaben der Regionaldirektion Fälle von Arbeitnehmern bearbeitet werden, bei denen in nächster Zeit befristete Arbeitsverhältnisse auslaufen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wird der Kontakt zum ausländischen Eigentümer der riesigen Logistikhalle gesucht, die Zalando nur gemietet habe. Dabei gehe es auch um eine künftige Nutzung und damit neue Arbeitsplätze.
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Der Dax-Konzern selbst warnt im Zusammenhang mit Ramelows Brief indes vor falschen Hoffnungen. „Der Plan zur Schließung des Standorts ist seitens des Unternehmens final und strategisch begründet. Es gibt kein realistisches Szenario, in dem wir den Betrieb für Zalando über 2026 hinaus fortführen“, sagte Zalando-Sprecher Christian Schmidt der Deutschen-Presse-Agentur. Die Situation infrage zu stellen, helfe den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen am Standort nicht. Es gehe nun darum, gemeinsam die besten Bedingungen für die geplante Schließung auszuhandeln. Dafür solle es baldmöglichst Gespräche mit dem Betriebsrat geben. Der Internet-Modehändler will sein Logistikzentrum in Erfurt im September schließen.
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