Logistik-Schließung: Zalando-Betriebsrat: Mehr wie 3000 Arbeitnehmer betroffen

Anlässlich der geplanten Schließung des Zalando-Standorts in Erfurt ist der Gesamtbetriebsrat im Thüringer Landtag zusammengekommen. Eingeladen wurden die Arbeitnehmervertreter durch die Fraktion Die Linke.
Langsam werden die Folgen der Zalando-Schließung in Erfurt deutlicher. Betroffen sei nicht nur die Stammbelegschaft mit 2700 Arbeitnehmern, sagt der Betriebsrat.
Online-Handel
So kämpft der Zalando-Betriebsrat um den Standort Erfurt
Das börsennotierte E-Commerce-Unternehmen Zalando schließt seinen großen Standort bei Erfurt. Doch es gibt Widerstand. Und Kritik kommt nicht nur vom Betriebsrat.
„Schnelle, unkomplizierte Hilfe ermöglichen“
Die Agentur für Arbeit wird ab Montag (19. Januar) direkt im Unternehmen Ansprechpartner für die Arbeitnehmer sein. „Mit unserer Beratung im Betrieb wollen wir die Mitarbeitenden in dieser herausfordernden Situation gut begleiten und schnelle, unkomplizierte, aber auch verlässliche Hilfe ermöglichen“, erklärte Agenturchefin Irena Michel. Befristet Beschäftigte sollen wegen der Dringlichkeit zunächst beraten werden.
Wie der Betriebsrat pochte er darauf, dass der Vorstand Arbeitnehmerrechte nach dem Betriebsverfassungsgesetz einhält. „Der Betriebsrat hat das Recht, umfassend angehört zu werden.“ Das sei im Vorfeld der Entscheidung nicht geschehen, sagte Betriebsratschef Krause.
E-Commerce
Zalando schließt Logistikzentrum in Erfurt
Zalando richtet die Logistik neu aus. In diesem Zuge schließt der Online-Retailer sein Logistikzentrum in Erfurt bis Ende September 2026. Weitere Standorte außerhalb Deutschlands werden abgestoßen. Rund 3000 Mitarbeiter sind betroffen.
Der Fraktionsvorsitzende der Linken im Landtag, Christian Schaft, kündigte die Unterstützung seiner Fraktion für einen Arbeitskampf der Beschäftigten an. Seine Fraktion habe im Landtag bereits drei Dringlichkeitsanfragen gestellt. Dabei gehe es unter anderem darum, wie viele staatliche Zuschüsse Zalando für sein Logistikzentrum in Erfurt erhalten habe. „Es geht auch um Möglichkeiten, Zalando zur Kasse zu bitten“, sagte Schaft.
Welle der Solidarität
Nach Betriebsratsangaben hat die Belegschaft eine Welle der Unterstützung seit Bekanntwerden der Schließungspläne des Logistikzentrums, die im September erfolgen soll, erhalten. Verschiedene Parteien, Politiker, Gewerkschafter, aber auch Vertreter von Fachhochschulen hätten sich gemeldet. „Das Telefon steht kaum still“, berichteten Krause und sein Stellvertreter Frank Roth.
Die Thüringer Landesregierung hat der Belegschaft ebenfalls Unterstützung zugesagt. Es werde von einer eigens dafür gebildeten interministeriellen Arbeitsgruppe nach Investoren, neuen Beschäftigungsmöglichkeiten bei Unternehmen in der Region sowie eine Nachnutzung der riesigen Hallen gesucht.