Logistik in Erfurt: Zalando-Betriebsrat: Alternativen zur Schließung prüfen

Am heutigen Donnerstagabend findet die erste Betriebsversammlung zur geplanten Standortschließung in Erfurt statt.
Der Betriebsrat will die Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt nicht einfach hinnehmen. Am heutigen Donnerstagabend findet die erste Betriebsversammlung dazu statt. Die Landesregierung will Unterstützung geben.
E-Commerce
Zalando baut weitere Stellen ab
Während Politiker, Gewerkschaften und der Betriebsrat nach der Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt nach Perspektiven für die 3000 Beschäftigen suchen, gibt das Unternehmen weitere Entlassungen bekannt. Alle Details.
Betrieb läuft normal weiter
Trotz des Schocks laufe der Betrieb in dem Logistikzentrum normal weiter. „Es gibt niemanden, der auf uns zukommt wegen eines Aufhebungsvertrags.“ Erste Vorbereitungen zur Jobvermittlung durch die regionale Arbeitsagentur gebe es nur für Beschäftigte, deren befristete Verträge in nächster Zeit ausliefen.
Kritik übte der Betriebsrat an Sicherheitsvorkehrungen des Unternehmens bei der ersten Betriebsversammlung nach dem angekündigten Standort-Aus am Donnerstagabend. Es sei mit vielen Sicherheitskräften, Taschenkontrollen und möglicherweise Scannern zu rechnen, so Krause. „Wir halten das für völlig überzogen.“
Logistik-Schließung
Zalando-Betriebsrat: Mehr als 3000 Arbeitnehmer betroffen
Langsam werden die Folgen der Zalando-Schließung in Erfurt deutlicher. Betroffen sei nicht nur die Stammbelegschaft mit 2700 Arbeitnehmern, sagt der Betriebsrat.
Krause verwies darauf, dass das Unternehmen bereits bei der Verkündung der Standortschließung Anfang Januar extreme Sicherheitsvorkehrungen getroffen habe. Es seien Fenstergriffe entfernt und etwa 50 zusätzliche Sicherheitsleute, aber auch Sanitäter eingesetzt worden. Ein Unternehmenssprecher von Zalando sagte auf Anfrage zu den Sicherheitsvorkehrungen, der Arbeitgeber habe eine Fürsorgepflicht und stehe bei Vorfällen auch in der Haftung. „Sicherheit geht vor“.
Landesregierung spart nicht mit Kritik
Nach Angaben von Voigt wolle die Landesregierung alles daransetzen, neue berufliche Perspektiven für die Zalando-Beschäftigten zu schaffen. „Wir unterstützen Qualifizierungen, organisieren Beratung direkt vor Ort und setzen auf die vielen Logistikunternehmen hier in Mittelthüringen. Wir werden alles dafür tun, dass alle Betroffenen eine faire Chance auf neue Arbeit bekommen.“
Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) warf dem Unternehmen vor, es über lange Zeit versäumt zu haben, kontinuierlich in die Modernisierung und Weiterentwicklung seines ältesten und größten Logistikstandorts zu investieren. „Die Entscheidung zur Standortschließung war aus meiner Sicht deshalb keineswegs alternativlos – sondern sie wäre vermeidbar gewesen.“ Den Umgang mit den Mitarbeitern bezeichnete sie als „geradezu schäbig“.
E-Commerce
Zalando schließt Logistikzentrum in Erfurt
Zalando richtet die Logistik neu aus. In diesem Zuge schließt der Online-Retailer sein Logistikzentrum in Erfurt bis Ende September 2026. Weitere Standorte außerhalb Deutschlands werden abgestoßen. Rund 3000 Mitarbeiter sind betroffen.
Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) erinnerte an die finanzielle Förderung der Investition vor 14 Jahren. Für Zalando wurde von der Stadt eine Buslinie eröffnet und ein Radweg gebaut. Schenk: „Zalando darf jetzt nicht zu billig davonkommen.“ Mitbestimmung müsse wirklich gelebt werden.