Liveblog Irankrieg: Japans Ministerpräsidentin will mit Iran verhandeln

Japan ist ein enger Verbündeter der USA. Takaichi war erst vor zwei Wochen bei Donald Trump in Washington zu Besuch. Bei aller Verbundenheit mit dem Präsidenten vermied sie es aber, klar Stellung zum Irankonflikt zu nehmen. Sie sagte zwar: „Keiner bringt Frieden und Wohlstand für die ganze Welt wie Donald“. Das Ansinnen des Präsidenten, dass Japan mit der Entsendung von Kriegsschiffen bei einer Öffnung der Straße von Hormus helfen solle, wies sie aber mit Blick auf rechtliche Bedenken zurück. Stattdessen schloss sich Japan einer Erklärung Deutschlands und anderer europäischer Staaten an, wonach sie nach dem Ende der Kampfhandlungen die Meerenge sichern könnten. 

„Ich werde den geeigneten Zeitpunkt für Gespräche aus einer umfassenden Perspektive und im Sinne des nationalen Interesses beurteilen“, sagte Takaichi nun in einer Sitzung des Haushaltsausschusses des Unterhauses in Tokio zu möglichen Gesprächen mit Teheran. 

Neben den Energieimporten ist der Nahe Osten auch für eine Reihe anderer Rohstoffe und Vorprodukte ein wichtiger Lieferant. Angesichts zunehmender Befürchtungen, dass der Konflikt die Versorgung mit solchen Waren gefährden könnte, ernannte Takaichi am Dienstag ihren Wirtschafts-, Handels- und Industrieminister Ryosei Akazawa zum verantwortlichen Minister für die Sicherstellung einer stabilen Versorgung vor dem Hintergrund der Lage im Nahen Osten. 

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Kyodo News hatte Araghchi signalisiert, dass japanische Schiffe die Straße von Hormus passieren könnten, da sie nicht zu den Feinden gehörten. Bislang ist aber nicht bekannt, dass japanische Schiffe die Durchfahrt gewagt hätten. Nach Angaben der Japanischen Schiffseigner-Organisation hängen 45 Schiffe mit Japan-Bezug in der Golfregion fest. 

In den Gesprächen von Motegi und Araghchi hatte der Japaner auch die Freilassung zweier inhaftierter Landsleute gefordert. Eine von ihnen ist inzwischen wieder frei. 

Source: faz.net