Liberale-Politiker kündigt Kandidatur an – Strack-Zimmermann zieht Bewerbung zurück
Machtkampf in der FDP: Parteivize Henning Höne greift nach dem Vorsitz und fordert einen Neustart mit neuen Köpfen. Unterstützung bekommt er von Marie-Agnes Strack-Zimmermann, die ihre eigene Bewerbung zurückzieht.
Der Vize-Chef der FDP, Henning Höne, will für das Amt des Parteivorsitzenden kandidieren. „Unsere Perspektive, unsere Art Politik zu machen, wird gebraucht. Aber dafür müssen wir einen Neuanfang schaffen“, sagte er im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Er wolle der Partei ein Angebot dafür machen und auf dem Bundesparteitag Ende Mai als Bundesvorsitzender kandidieren.
Höne gab an, als alleiniger Vorsitzender kandidieren zu wollen, nicht als Teil einer Doppelspitze. „Mein Angebot ist eines, das ich allein mache“, betonte er. Die EU-Abgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann hatte zuletzt öffentlich durchblicken lassen, dass sie sich vorstellen könnte, zusammen mit Höne für eine Doppelspitze zu kandidieren. Höne sagte der „F.A.Z.“, er freue sich, wenn auch andere Persönlichkeiten sich weiterhin stark einbrächten. „Wir brauchen Marie-Agnes Strack-Zimmermann, wir brauchen Wolfgang Kubicki und viele andere.“
Doch keine FDP-Doppelspitze
Als Reaktion auf die Ankündigung von Parteivize Höne zog FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann ihre Bewerbung für den Parteivorsitz als Teil einer Doppelspitze zurück. „Seine Kandidatur hat meine volle Unterstützung“, sagte Strack-Zimmermann dem „Spiegel“.
„Ich habe von Anfang an deutlich gemacht, dass die, für eine Doppelspitze erforderliche Zweidrittelmehrheit, eine sehr hohe Hürde ist“, sagte die FDP-Politikerin mit Blick auf den kommenden Bundesparteitag Ende Mai. „Nach vielen Gesprächen ist eher nicht davon auszugehen, dass sich in der Partei aktuell eine solche Mehrheit findet“, fügte sie hinzu. Eine Solo-Kandidatur sei aufgrund ihrer Aufgabe als Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im Europäischen Parlament nicht möglich.
Höne sei „ein ebenso junger wie erfahrener Vorsitzender des stärksten FDP-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen“, sagte Strack-Zimmermann. Die Europapolitikerin kündigte an, sich auch zukünftig im Parteipräsidium für die FDP einzusetzen.
Hönes Bewerbung um den Parteivorsitz kommt nur wenige Tage, nachdem Anfang der Woche der Bundesvorstand der FDP angekündigt hatte, zum Bundesparteitag Ende Mai gesammelt zurückzutreten. Parteichef Christian Dürr hatte das als Ausdruck des Willens beschrieben, sich dort eine neue Legitimation zu holen, sich also in dem von ihm eingeschlagenen Kurs bestätigen zu lassen. Dürr selbst will wieder als Parteivorsitzender antreten.
Höne kritisierte im Gespräch mit der „F.A.Z.“ diesen Kurs. „Wir haben nicht nur Wahlen verloren, sondern auch viel Vertrauen“, sagte er. „Das wollen wir zurückgewinnen. Wir haben seit der Bundestagswahl schon zu viel Zeit verstreichen lassen. Darum brauchen wir dringend einen Neustart im Mai.“ Dieser könne nur mit „neuen Köpfen“ gewinnen. Dürr sehe er nicht als Teil eines neuen Vorstandes, sagte Höne.
jra
Source: welt.de