Libanon will mit Israel sprechen: Hisbollah-Anhänger in Betracht kommen gegen Friedensgespräche uff die Straße

Libanon will mit Israel sprechenHisbollah-Anhänger gehen gegen Friedensgespräche auf die Straße

11.04.2026, 21:35 Uhr

BEIRUT-LEBANON-APRIL-11-Protesters-gather-in-front-of-the-government-building-to-oppose-planned-direct-negotiations-with-Israel-waving-Hezbollah-flags-and-chanting-slogans-while-demonstrating-against-Prime-Minister-Nawaf-Salam-on-April-11-2026-in-Beirut-Lebanon
Libanon-Fahnen und Nasrallah-Porträts bei Protesten von Anhängern der Terrororganisation Hisbollah in Beirut. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Während zwischen Iran und den USA derzeit die Waffen schweigen, bombardiert Israel den Südlibanon weiterhin. Die Regierung des Landes will mit Netanjahu-Vertretern verhandeln. Anhänger der Hisbollah sehen das ganz anders und gehen auf die Straße.

Hunderte Anhänger der proiranischen Hisbollah haben in Beirut gegen die Entscheidung der Regierung protestiert, Verhandlungen mit Israel aufzunehmen. Vor Ort soll es umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen geben. Protestierende riefen „Nieder mit Nawaf“ mit Bezug auf den aktuellen Ministerpräsidenten Nawaf Salam. Andere riefen „Gott segne Nasrallah“ und meinten damit den von Israel getöteten Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah. Viele schwenkten die iranische Fahne oder Hisbollah-Flaggen. Ein Mann rief: „Sie werden uns nicht dazu bringen, uns zu ergeben.“

Die libanesische Regierung und Israel werden kommende Woche zum ersten Mal seit Jahrzehnten direkte Gespräche auf politischer Ebene führen. Libanons Präsident Joseph Aoun hatte in der Vergangenheit und seit Ausbruch des jüngsten Krieges zwischen Israel und der Hisbollah mehrfach ein Interesse daran bekundet. Die Hisbollah hat sich bisher entschieden dagegengestellt.

Das libanesische Gesundheitsministerium teilte am Abend mit, dass in dem jüngsten Gewaltausbruch in dem Konflikt seit dem 2. März bis einschließlich diesen Samstag 2020 Menschen getötet worden seien. Unter den Toten seien 248 Frauen, 165 Kinder und 85 Mitarbeiter von Gesundheits- oder Rettungsdiensten, erklärte das Ministerium. Zudem seien 6436 Menschen verletzt worden.

Die israelische Armee hatte am Mittwoch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihre Angriffe im Libanon nochmals verstärkt und dabei nach eigenen Angaben zahlreiche Stellungen der Hisbollah ins Visier genommen. Dabei wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums allein am Mittwoch mehr als 350 Menschen getötet.

Nach Ansicht Israels und der USA erstreckt sich die mit Teheran ausgehandelte zweiwöchige Feuerpause nicht auf den Libanon. Am Samstag meldeten libanesische Behörden 18 Tote durch israelischen Beschuss im Süden des Landes, darunter 3 Rettungskräfte.

Nach Ende der Demonstration riefen die Hisbollah und die mit ihr verbündete Amal-Bewegung in einer gemeinsamen Erklärung ihre Anhänger dazu auf, in der aktuellen „heiklen Phase“ auf Demonstrationen zu verzichten und betonten die Notwendigkeit, Stabilität und Frieden zu wahren.

Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP

Source: n-tv.de