„Lesen, bis der Zug kommt“: Rettet die Literatur vor jener deutschen Bahn
Über deutsche Bahnhöfe hört man bekanntlich nicht viel Gutes. Ständig sei nicht da, was dort eigentlich hingehöre, etwa Aufzüge, klaglos schnurrende Rolltreppen, sachkundige Beschilderungen, Bahnsteigdächer und Anschlussverbindungen. Stattdessen finde man inzwischen häufiger Dinge und Zustände vor, die dort eigentlich nicht hingehören: Drogen, Eckensteher, Nachtjackengestalten, Waffen, Müll und Durchsagen über einen weiteren ausgefallenen Regionalexpress, weil … ach, egal.
Als im tristen Gewühl der sogenannten Stadtbild-Debatte unentwegt von „Angsträumen“ die Rede war, waren damit ganz besonders die Bahnhöfe gemeint, und wer einmal eine der hysterisch besorgten Polizeireportagen der Privatsender aus den einst stolzen Kathedralen der Mobilität anguckt, möchte künftig auf unbestimmte Zeit auf den motorisierten Individualverkehr umsteigen. Der Bahnhof ist mittlerweile zum grellen Wahnbild des Niedergangs eines ganzen Landes geworden. Na, und wer muss helfen?