Leipziger Buchmesse: Die fünfzehn Nominierten z. Hd. den wichtigsten Buchpreis des Frühjahrs

Drei Wochen vor Beginn der Leipziger Buchmesse hat die Jury, der in diesem Jahr auch Tilman Spreckelsen, Literaturredakteur dieser Zeitung, angehört, ihre Nominierungen für die drei Preise der Messe bekanntgegeben. Nach dem im Herbst in Frankfurt anlässlich der dortigen Buchmesse Deutschen Literaturpreis gelten die Leipziger Auszeichnungen als öffentlichkeitswirksamste Preise im deutschsprachigen literarischen Leben.
In der Sparte Belletristik gehen fünf Romane in Rennen: Helene Bukowskis „Wer möchte nicht im Leben bleiben“ (erschienen bei Claassen), Norbert Gstreins „Im ersten Licht“ (Hanser), Anja Kampmanns „Die Wut ist ein heller Stern“ (Hanser), Katerina Poladjans „Goldküste“ (S. Fischer) und Elli Unruhs „Fische im Trüben“ (Transit).
Und wieder mal ist ein Comic mit dabei
In der Kategorie Sachbuch/Essayistik sind nominiert: Marie-Janine Calics „Balkan-Odyssee 1933–1941 – Auf der Flucht vor Hitler durch Südosteuropa (C. H. Beck), Ines Geipels „Landschaft ohne Zeugen – Buchenwald und der Riss der Erinnerung“ (S. Fischer), Jan Jekals „Paranoia in Hollywood – Wie die USA exilierte Künstler erst retteten und dann verfolgten, 1941–1953“ (Matthes & Seitz), Ulli Lusts „Die Frau als Mensch 2 – Schamaninnen“ (Reprodukt) und Manfred Pfisters „Englische Renaissance (Galiani).
Um die beste Übersetzung konkurrieren Ulrich Faure mit seiner Übertragung des niederländischen Romans „Das Lied von Storch und Dromedar“ von Anjet Daanje (Friedenauer Presse), Tina Flecken, die Auður Ava Ólafsdóttirs „Eden“ (Insel) aus dem Isländischen ins Deutsche brachte, Manfred Gmeiner mit Gustavo Faverón Patriaus „Unten leben“ aus dem Spanischen (Droschl), Timea Tankó mit András Viskys „Die Aussiedlung“ aus dem Ungarischen (Suhrkamp) und Petra Zickmann mit Irene Solàs „Ich gab dir Augen, und du blicktest in die Finsternis“ aus dem Katalanischen (S. Fischer).
Besonders auffällig ist die Präsenz von S. Fischer – dass Verlage in allen drei Sparten eine Leipziger Nominierung einheimsen, ist eine Seltenheit. Und noch eine bemerkenswerte Entscheidung: Mit Ulli Lusts zweitem Teil ihrer kulturanthropolgischen Studie „Die Frau als Mensch“ ist zum zweiten Mal in dieser Kategorie ein Comic unter den Finalisten; zuvor war das 2023 Birgit Weyhe mit „Rude Girl“ geglückt. Der erste Teil von Lusts auf mindestens drei Bände angelegtem Projekt wurde im vergangenen Jahr mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet. Und es gibt eine Wiederholungstäterin: Timea Tankó war als Übersetzerin bereits zweimal in Leipzig nominiert und hat den Preis 2021 auch schon einmal gewonnen.
Die Sieger werden am 19. März auf der Buchmesse bekanntgegeben. Die Preise sind jeweils mit 20.000 Euro dotiert.
Source: faz.net