Lawrow kritisiert US-Politik gegensätzlich Kuba im Zusammenhang Treffen in Moskau
Russland kritisiert eine mögliche Seeblockade des Karibikstaates. Außenminister Lawrow sichert Havanna Unterstützung zu, während die Insel mit Treibstoffmangel und Stromausfällen zu kämpfen hat.
Mit seinem geplanten Öl-Embargo erhöht Amerika den Druck auf Kuba. Der russische Außenminister Sergej Lawrow fordert die USA auf, keine Blockade gegen den Karibikstaat zu verhängen. „Gemeinsam mit den meisten Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft fordern wir die USA auf, Vernunft walten zu lassen, verantwortungsvoll zu handeln und von ihren Plänen einer Seeblockade abzusehen“, sagte Lawrow während eines Treffens mit dem kubanischen Außenminister Bruno Rodríguez am Mittwoch in Moskau.
Der Karibikstaat hat derzeit mit akuter Treibstoffknappheit und Stromausfällen zu kämpfen, die durch ein US-Ölembargo noch verschärft wurden.
Rodríguez sprach zunächst mit Lawrow und sollte später am Tag Präsident Wladimir Putin treffen. Kuba hat seit der Zolldrohung von US-Präsident Donald Trump gegen alle Länder, die Öl nach Kuba liefern, erhebliche Schwierigkeiten, Öl für seine Kraftwerke und Raffinerien zu importieren.
Lawrow versprach, Moskau werde Kuba weiterhin beim Schutz seiner Souveränität und der Sicherheit des Landes unterstützen. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte zudem, Russland habe sich wie viele andere Länder stets gegen die Blockade der Insel ausgesprochen. „Wir unterhalten Beziehungen zu Kuba und schätzen diese sehr“, sagte Peskow vor Journalisten. „Und wir beabsichtigen, sie weiter auszubauen – selbstverständlich auch in schwierigen Zeiten, indem wir unseren Freunden die notwendige Unterstützung leisten.“
Kreml sieht Beziehung zu USA nicht gefährdet
Auf die Frage, ob Treibstofflieferungen an Kuba die jüngste Verbesserung der Beziehungen zu Washington gefährden könnten, antwortete Peskow: „Wir glauben nicht, dass diese Fragen miteinander zusammenhängen.“ Putin hat Trumps Bemühungen um eine Vermittlung im Ukraine-Krieg gelobt. Moskau und Washington erörterten Möglichkeiten zur Wiederbelebung ihrer Wirtschaftsbeziehungen.
Venezuela, einer der wichtigsten Öllieferanten Kubas, stellte im Januar die Rohöllieferungen an die Insel ein, nachdem die USA den damaligen Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen und nach New York gebracht hatten. Auch Mexiko unterbrach im Januar die Öllieferungen nach Kuba, weil Trump mit Zöllen gedroht hatte.
Die russische Zeitung „Iswestija“ zitierte vergangene Woche die russische Botschaft in Havanna mit der Aussage, Moskau bereite eine Treibstofflieferung aus humanitären Gründen nach Havanna vor. Am Montag sagte der russische Botschafter in Kuba, Viktor Koronelli, Moskau prüfe die Details der Hilfsmaßnahmen für Kuba, nannte aber keine konkreten Einzelheiten.
AP/jra
Source: welt.de