„Lateinamerika ist kein Hinterhof von irgendjemandem“, sagt Steinmeier in Panama
Zum ersten Mal besucht ein deutscher Bundespräsident das lateinamerikanische Panama. Dort solidarisiert sich Frank-Walter Steinmeier mit dem Land gegen US-Begehrlichkeiten – es sei „kein Hinterhof von irgendjemandem“.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Staaten Lateinamerikas den Rücken gegen Begehrlichkeiten der US-Regierung unter Präsident Donald Trump gestärkt. „Lateinamerika ist kein Hinterhof von irgendjemandem“, sagte er zum Auftakt seiner Reise durch drei Staaten der Region in Panama-Stadt.
Steinmeier reagierte damit auf das militärische Eingreifen der USA in Venezuela und auf die Forderung von Trump, mehr Einfluss auf den Panamakanal zu bekommen. Der US-Präsident hatte mehrmals damit gedroht, die Kontrolle über die wichtige Wasserstraße zurückzuholen, weil die USA unfair behandelt würden.
In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Panamas Präsident José Raúl Mulino betonte Steinmeier: „Panamas Souveränität über den Kanal und dessen Neutralität müssen außer Frage stehen.“ Das sei die Auffassung der ganz großen Mehrheit der Staaten der Welt und auch Deutschlands.
Steinmeier würdigte Panama als zuverlässigen Partner in den Vereinten Nationen. „Bei der Verteidigung der regelbasierten Ordnung, um die es uns gehen muss, und der Prinzipien der VN-Charta ist Panama ein bedeutender Akteur.“ Für dieses Engagement danke er Mulino.
Der Präsident Panamas wertete den ersten Besuch eines Bundespräsidenten in seinem Land als „Ausdruck der tiefgehenden Freundschaft und des Respekts“ zwischen beiden Völkern. Panama ist derzeit nichtständiges Mitglied im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Dafür bewirbt sich Deutschland für den Zeitraum 2027/2028. „Sie können schon jetzt auf die Unterstützung Panamas für Ihre Bewerbung zählen“, versprach Mulino.
Der Panamakanal war Anfang des 20. Jahrhunderts vom Ingenieurkorps des US-Heeres gebaut worden. Am 31. Dezember 1999 übergaben die USA die Verwaltung an Panama. Die Regierung Panamas gestand den USA im vergangenen Jahr schließlich zu, Soldaten um den Kanal stationieren zu dürfen. Steinmeier wollte später eine Schleusenanlage des Kanals besichtigen.
dpa/lay
Source: welt.de