Latein im Vatikan: Mit dem Latein am Ende

In der Reihe „Die Pflichtverteidigung“ ergreifen wir das Wort für Personen, Tiere, Dinge oder Gewohnheiten, die mehrheitlich kritisiert und abgelehnt werden. Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 48/2025.

Muss
das Lateinische inzwischen sogar gegen den Vatikan verteidigt werden? Papst Leo
XIV. hat ein neues Regelwerk verabschiedet, das die traditionelle Amtssprache
der römischen Kurie als nicht mehr verpflichtend ansieht: „Die Behörden der
Kurie schreiben ihre Akten in der Regel in Latein oder in einer anderen
Sprache.“ Die „anderen“ Sprachen waren bisher zwar auch erlaubt, aber doch nur
ersatzweise, wenn eine Korrespondenz es etwa erforderte.