Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Koalitionsrechner: Wer mit wem in Mainz?
Landtagswahl in Rheinland-PfalzKoalitionsrechner: Wer mit wem in Mainz?
14.03.2026, 15:21 Uhr
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Richtungsentscheidung im Westen: In Rheinland-Pfalz liegt die CDU in den Umfragen zur Landtagswahl am 22. März knapp vor der SPD. Welche Mehrheitsverhältnisse zeichnen sich im Mainzer Landesparlament ab? Ein Blick auf die rechnerisch möglichen Koalitionsoptionen.
Rheinland-Pfalz steht vor der Wahl: Bei der Neubesetzung der Volksvertretung im sechstgrößten Bundesland sind am vierten Sonntag im März rund 3,3 Millionen Wahlberechtigte dazu aufgerufen, die Zusammensetzung des Landtags zu bestimmen. Zwei Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg blickt ganz Deutschland gespannt auf den Urnengang im Westen: Kommt es in Mainz zum Machtwechsel? Oder gelingt der SPD auf den letzten Metern im Wahlkampf doch noch eine Trendwende?
Die Umfragen deuten auf einen knappen Wahlausgang hin: Der Vorsprung der CDU vor der SPD wirkt nicht uneinholbar. Die AfD kann auf kräftige Stimmenzuwächse hoffen. Die Umfragewerte der Grünen bewegen sich dagegen weitgehend stabil bei rund 9 Prozent. Die FDP allerdings könnte den Wiedereinzug in den Landtag verpassen. Welche Regierungsbündnisse wären auf Grundlage der jüngsten Umfragewerte rein rechnerisch möglich?
Hinweis: Der ntv-Koalitionsrechner basiert bis zum Wahltermin auf den jeweils aktuellsten Umfragewerten und wird am Wahlabend laufend anhand von Prognosen und Hochrechnungen aktualisiert.
Der amtierende Ministerpräsident Alexander Schweitzer muss nicht nur um seine Wiederwahl fürchten. Selbst im Fall eines klaren Wahlsiegs der SPD könnte ihm mit der FDP einer seiner derzeitigen Koalitionspartner verloren gehen. Die Liberalen fungieren in der bestehenden Landesregierung bisher noch als der kleinere der beiden Juniorpartner. Schweitzers Aussichten, eine rot-gelb-grüne Ampelkoalition in Rheinland-Pfalz fortzusetzen, stehen schlecht. Ohne die FDP im Landtag dürfte es für ihn allein mit den Grünen nicht mehr zu einer tragfähigen Mehrheit reichen.
Die FDP wird in den Erhebungen schon seit Monaten nicht mehr über der Fünf-Prozent-Hürde gesehen. Ein Scheitern in Rheinland-Pfalz wäre für die Partei zwei Wochen nach der Wahl in Baden-Württemberg die nächste schwere Niederlage. Bundeskanzler Friedrich Merz rief FDP-Wähler in seiner Rolle als Parteichef bereits dazu auf, ihre Stimme in Rheinland-Pfalz der CDU zu geben.
Bis zum Wahltermin bleiben nur noch wenige Tage Zeit. Die CDU rechnet sich Chancen auf einen Machtwechsel aus. Vieles hängt allerdings davon, wie viele Parteien es in Mainz überhaupt in den Landtag schaffen. Neben CDU, SPD, AfD und Grünen könnte das mit den Linken und den Freien Wählern insgesamt sechs Parteien gelingen.
Steuert Rheinland-Pfalz auf einen Wechsel zu Schwarz-Rot zu? Für CDU-Herausforderer Gordon Schnieder ergeben sich aus den Umfragewerten bisher ebenfalls nur überschaubare Koalitionsoptionen. Im Fall eines Wahlsiegs könnte Schnieder zwar theoretisch zwischen zwei verschiedenen Bündnisoptionen wählen. Eine Koalition mit der AfD ist für die CDU allerdings politisch ausgeschlossen.
Ein Bündnis mit der SPD ergäbe für Schnieder und die CDU rein rechnerisch eine tragfähige Mehrheit. Ansonsten bliebe Schnieder nur noch der Weg in eine schwer vorstellbare Viererkoalition: Ein theoretisches Bündnis aus CDU, Grünen, Freien Wählern und der Linken käme – je nach Umfrage – allerdings nur auf eine hauchdünne Mehrheit.
Welche Möglichkeiten sich am Wahlabend tatsächlich eröffnen, ist noch vollkommen offen. Beide den jüngsten Erhebungen im Februar und März lagen Linke und Freie Wähler knapp unter oder genau auf der entscheidenden Schwelle. Gut möglich wäre, dass sich Rheinland-Pfalz am Wahlabend anstatt mit sechs Parteien mit nur noch vier politischen Kräften im Landtag einrichten muss.
Source: n-tv.de