Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Christlich Demokratische Union punktet im Zusammenhang Rentnern und Selbstständigen

CDU-Spitzenkandidat Gordon Schnieder bei der Stimmabgabe


analyse

Stand: 22.03.2026 • 19:56 Uhr

Die CDU siegt in Rheinland-Pfalz vor der SPD. Dabei legt sie in einzelnen Wählergruppen besonders zu. Das Programm war ausschlaggebender als die Person.

Der Vorsprung für die CDU in der ARD-Hochrechnung ist inzwischen deutlich, Rheinland-Pfalz steuert auf einen Machtwechsel zu. Am stärksten gepunktet hat die Partei von Spitzenkandidat Gordon Schnieder neben Rentnerinnen und Rentnern bei den Selbstständigen. In dieser Gruppe hat sie nach vorläufigen Zahlen rund zehn Punkte gegenüber der vergangenen Wahl zugelegt und einen Stimmenanteil von 42 Prozent erreicht.

In den rund 20.000 Interviews, die infratest dimap heute in 180 ausgewählten Wahllokalen für die ARD durchführt hat, konnten die Wählerinnen und Wähler angeben, ob für ihre Entscheidung der Spitzenkandidat, das Programm der Partei oder die langfristige Bindung am wichtigsten war. Hier ergibt sich für CDU und SPD ein völlig unterschiedliches Bild. Rund 50 Prozent der CDU-Wählerinnen und -Wähler geben das Programm der Partei als ausschlaggebend an.

Das passt zu unseren Vorwahlbefragungen, in denen der CDU auf entscheidenden Feldern wie der Wirtschaftspolitik, der Bildungspolitik und in der Kriminalitätsbekämpfung die größte Kompetenz zugetraut wurde. Demgegenüber war Spitzenkandidat Gordon Schnieder nach vorläufigen Zahlen nur für 22 Prozent das entscheidende Argument, CDU zu wählen.

Schweitzer mit guten Werten

Bei der SPD ist das Bild umgekehrt. Mit 45 Prozent hat sich hier die größte Gruppe vor allem wegen des Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer für die Partei entschieden. Das ist im langfristigen Vergleich ein sehr guter Wert, auch wenn er nicht an Spitzenwerte wie von Cem Özdemir (Grüne) vor zwei Wochen in Baden-Württemberg oder von Malu Dreyer (SPD) vor fünf Jahren hier in Rheinland-Pfalz (jeweils 51 Prozent) heranreicht. Warnzeichen für die SPD: Nicht einmal jeder Dritte gibt an, wegen des Programms SPD gewählt zu haben.

Zum Absturz der SPD auf das niedrigste Ergebnis in der Landesgeschichte haben auch überdurchschnittliche Verluste bei Frauen beigetragen. Malu Dreyer hatte hier bei der letzten Wahl für einen großen Abstand gesorgt. Nach vorläufigen Zahlen hat die SPD bei den Frauen elf Punkte verloren, bei Männern sieben Punkte.

AfD profitiert von Enttäuschung über andere

Die AfD verzeichnet die höchsten Zugewinne und könnte im Bereich ihres Bundestagswahlergebnisses vom vergangenen Jahr landen, als sie in Rheinland-Pfalz 20,1 Prozent erreichte. Die AfD profitiert erkennbar von der Enttäuschung über andere Parteien.

In der Befragung heute erklären 47 Prozent der AfD-Wählerinnen und -Wähler, die Partei aus Überzeugung gewählt zu haben, 39 Prozent aus Enttäuschung über andere Parteien. Schaut man nur auf die Gruppe der AfD-Wähler, die sich neu für diese Partei entschieden haben, ist das Bild ein anderes: Hier geben fast drei Viertel an, sie hätten ihr Kreuz bei der AfD vor allem aus Enttäuschung über andere Parteien gemacht.

Hinweis der Redaktion: Der Artikel wurde nach Veröffentlichung der ARD-Hochrechnung zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz aktualisiert.

Source: tagesschau.de