Landtagswahl in Baden-Württemberg: Nervös mit Ö
Auf die beiden Landtagswahlen im März schaute man im Kanzleramt schon immer mit Sorge. Was passiert, falls die SPD in Baden-Württemberg viele Stimmen und in Rheinland-Pfalz einen ihrer letzten verbliebenen Ministerpräsidenten verliert? Wie würde die SPD-Spitze dann reagieren, und was würde das mit einer ohnehin instabilen, fragilen Koalition in Berlin machen? Die Gedanken wichtiger Köpfe in der CDU galten also der SPD.
Das war nach der Veröffentlichung der neuesten Umfragen vorbei. Die CDU muss sich um die eigene Position sorgen. Der Kanzler erfuhr von den Zahlen aus Baden-Württemberg auf dem Rückflug aus China. Nun ist er erneut mit den Weltkrisen befasst, seinem Besuch bei Donald Trump, zu dem er an diesem Montag aufbrechen wird, und mit dem Krieg im Iran, dessen innenpolitische Auswirkungen nicht abzuschätzen sind. Doch auch er sieht, dass der fest eingeplante Wahlsieg im alten Stammland Baden-Württemberg gefährdet ist. Dabei sollte der 8. März gleich dreifach Rückenwind geben: erst für die Abstimmung in Rheinland-Pfalz zwei Wochen darauf, wo der Vorsprung der CDU ebenfalls geschrumpft ist, dann für alle weiteren schwierigen Landtagswahlen des Jahres, und obendrein für das Regierungsjahr in Berlin, das nach dem Willen des Kanzlers zu großen Reformen führen soll.