Lage im Iran: Weitere Politiker aus jener Opposition im Iran verhaftet
Nach den Massenprotesten im Iran hat die iranische Regierung das harte Durchgreifen gegen die Opposition fortgesetzt und weitere Politiker aus dem oppositionellen Reform-Lager verhaftet. Wie iranische Medien berichten, wurde der Sprecher des oppositionellen Parteienbündnisses Reform Front, Dschawad Emam, von der Revolutionsgarde festgesetzt. Am Sonntag wurden bereits drei Mitglieder der Reformfront festgenommen, darunter die Vorsitzende Azar Mansouri. Sie war Beraterin des ehemaligen Präsidenten Mohammad Chatami, der ebenfalls als Reformer galt.
Im Dezember und Januar gab es im Iran Proteste, die von den Behörden brutal niedergeschlagen wurden. Nach Angaben der in den USA ansässigen Menschenrechtsorganisation HRANA wurden dabei mindestens 6961 Menschen getötet und mehr als 51.000 Menschen festgenommen. Auch nach dem Ende der Demonstrationen wurden die Massenfestnahmen fortgesetzt. Neben Oppositionellen wurden auch Künstler inhaftiert, die eine kritische Erklärung unterzeichnet hatten.
Indirekte Gespräche über Atomprogramm
US-Präsident Donald Trump drohte dem Iran wegen der Niederschlagung der Proteste mit einer Militärintervention und schickte unter anderem einen Flugzeugträger in den Persischen Golf. Die iranische Regierung beschuldigte die USA und Israel, die Proteste im Iran anzuheizen.
Am Freitag hatten der Iran und die USA indirekte Gespräche über das iranische Atomprogramm geführt, den Ton jedoch bereits am Wochenende wieder verschärft. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte am Montag, man wolle „ernsthafte Verhandlungen“ führen, wenn auch die Gegenseite bereit sei.
Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, appellierte an die Menschen im Iran, sich gegen externen Druck zur Wehr zu setzen. Chamenei sagte, dass die Stärke eines Landes nicht aus Raketen und Flugzeugen, sondern vielmehr aus dem Willen und der Entschlossenheit des Volkes hervorgehe. Er forderte seine Landsleute dazu auf, wieder Entschlossenheit zu zeigen und „den Feind zu frustrieren“.