Kurz vor Gesprächen in Genf: Selenskyj erwartet neue massive Angriffe aufwärts Energieanlagen

Kurz vor Gesprächen in GenfSelenskyj erwartet neue massive Angriffe auf Energieanlagen

16.02.2026, 22:24 Uhr

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Feuerwehrleute löschen in einem Wohngebiet in Kramatorsk in der Ostukraine nach einem russischen Bombenangriff. (Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire)

Russlands Schläge gegen die Energieinfrastruktur machen der Ukraine schwer zu schaffen. Dazu kommt ein ungewöhnlich harter Winter. Kurz vor neuen Gesprächen in Genf meldet der ukrainische Geheimdienst einen möglichen neuen Angriff der Russen.

Kurz vor Beginn einer neuen Gesprächsrunde mit Russland hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einem massiven russischen Angriff auf Energieanlagen in der Ukraine gewarnt. „Russland kann der Versuchung nicht widerstehen und möchte in den letzten Tagen der Winterkälte den Ukrainern einen schmerzhaften Schlag zufügen“, sagte Selenskyj unter Berufung auf seinen Geheimdienst.

Solche Angriffe würden eine Einigung über die Beendigung des Krieges erschweren, fügte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache hinzu. Die Angriffe Russlands würden sich weiterentwickeln, eine Kombination verschiedener Waffen beinhalten und besondere Abwehrmaßnahmen erfordern. Indes sei die ukrainische Delegation bereits am Verhandlungsort Genf in der Schweiz eingetroffen.

Der Ukrainer warf Moskau erneut vor, im Gegensatz zu Kiew nicht zu Kompromissen bereit zu sein. „Russland verwirft alles, setzt die Sturmangriffe an der Front und die Luftschläge auf unsere Städte und die Energieversorgung fort“, betonte Selenskyj. Russland müsse zum Frieden unter anderem mit neuen Sanktionen gezwungen werden.

Die westlichen Verbündeten mahnte er zu rechtzeitigen Lieferungen von Flugabwehrmitteln. „Es ist notwendig, dass das, worüber wir in München mit den Partnern gesprochen haben, zeitnah umgesetzt wird“, hob der Staatschef hervor. Ein Lieferverzug vergrößere nur die von den Angriffen verursachten Schäden.

Die Ukraine wehrt sich seit knapp vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Seit dem Herbst hat Russland Angriffe mit Kampfdrohnen und Raketen auf ukrainische Energieanlagen intensiviert. In einem der härtesten Winter seit Jahren leiden Millionen Ukrainer unter Strom-, Heizungs- und Wasserausfällen.

Verhandlungen gehen in Genf weiter

Russland und die Ukraine setzen von diesem Dienstag an unter US-Vermittlung in der Schweiz ihre Verhandlungen über ein Ende des Krieges fort. Nach zwei trilateralen Verhandlungsrunden in Abu Dhabi im Januar und Anfang Februar ist diesmal Genf Ort der Gespräche, bei denen auch der US-Chefunterhändler Steve Witkoff erwartet wird.

Für Russland ist erstmals in diesem Jahr wieder der Kreml-Beauftragte Wladimir Medinski dabei. Medinski führt die Verhandlungen mit der ukrainischen Seite seit langem, fehlte allerdings bei den ersten Runden in diesem Jahr in Abu Dhabi. Als Grund nannte Kremlsprecher Dmitri Peskow, dass es dabei um militärische Fragen gegangen sei, mit denen sich Medinski nicht befasse.

Russland will nach Kremlangaben bei den für zwei Tage angesetzten Verhandlungen über die strittigen Gebietsfragen mit der Ukraine sprechen. Eine Lösung im Ukraine-Krieg ist aber bisher nicht in Sicht. Kiew lehnt einen Verzicht auf die von Russland geforderten Gebiete ab, darunter auch jene in der Region Donezk, die die Ukraine selbst kontrolliert. Nach russischen Angaben will die Ukraine wiederum über eine teilweise Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen verhandeln. Parallel dazu laufen laut Kreml in Genf auch bilaterale Unterredungen über die russisch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen.

Quelle: ntv.de, gut/dpa/AFP/rts

Source: n-tv.de