Kurseinbruch: SAP-Aktienkurs stürzt um 16 Prozent ab

Erstmals seit dem Linde-Abschied von der Frankfurter Börse vor drei Jahren ist SAP nicht mehr das wertvollste Unternehmen hierzulande. Am Donnerstag stürzte der Aktienkurs um rund 16 Prozent in die Tiefe und vernichtete damit mehr als 35 Milliarden Euro an Börsenwert. Die vorgelegten Geschäftszahlen des Softwarekonzerns für das Jahr 2025 und der Ausblick für 2026 enttäuschten herb. Der angekündigte Rückkauf eigener Aktien für bis zu zehn Milliarden Euro konnte den Kurssturz nicht verhindern.

Die Führungsrolle im Dax hat nun Siemens übernommen. Der Aktienkurs legte um drei Prozent zu, nachdem Konkurrent ABB mit seinen Auftragseingängen überzeugt und das positive Branchenumfeld damit bekräftigt hatte. Die Siemens-Aktie liegt mit Kursen von 260 Euro nahe ihrem Rekordhoch von Mitte Januar.

Siemens lag früher schon mal vorn

Der Börsenwert stieg entsprechend auf bis zu 208 Milliarden Euro, während SAP auf etwa 205 Milliarden Euro zurückfiel. Das Überholmanöver schien vor einem Jahr noch undenkbar. Damals gab es viele Diskussionen, ob SAP dem Dax nicht entwachsen sei und viel zu groß für den deutschen Aktienmarkt werde. Der Börsenwert hatte mehr als 340 Milliarden Euro erreicht und das Unternehmen mehr als 15 Prozent Gewicht im Dax. Das Gewicht musste entsprechend gekappt werden, da 15 Prozent die von der Deutschen Börse festgelegte Obergrenze für ein einzelnes Unternehmen sind. Abwanderungsgerüchte von SAP nach New York wurden kolportiert. Mittlerweile sind weder Siemens noch SAP nahe an dieser Grenze.

Für Siemens ist es keine Premiere, wertvollstes Dax-Unternehmen zu sein. Nachdem die Telekom im Dotcom-Hype 1999, 2000 und 2001 weit vorn lag, übernahm nach dem Telekom-Kursabsturz Siemens 2002 kurz die Führungsrolle, bevor die Telekom noch mal vorn lag. Im Jahr 2006 schaffte es dann Eon an die Dax-Spitze. Im Übernahmekampf durch Porsche war 2008 VW wertvollster Dax-Wert, bevor es wieder Siemens war und es dann ein enges Rennen zwischen VW und Siemens gab, bis sich Bayer 2014 an die Spitze setzte.

Vor zehn Jahren begann dann die Dominanz von SAP, nur kurz unterbrochen von Linde nach deren Großfusion und vor deren Abschied aus Deutschland. Der Blick auf die heutigen Börsenwerte der einstigen Spitzenreiter zeigt, dass Bayer, VW und Eon nur noch ein Schatten früherer Tage sind und weit entfernt von ihren Höchstkursen liegen. Die Telekom ist mit 136 Milliarden Euro Börsenwert zwar auch weit entfernt von den 250 Milliarden Euro früherer Tage, aber immerhin noch unter den ersten Fünf im Dax hinter Siemens, SAP, Airbus und Allianz.

Source: faz.net