Kulturstaatsminister Weimer sagt Verleihung des Buchhandlungspreises ab

Wolfram Weimer

Stand: 10.03.2026 • 13:42 Uhr

Erst hat Kulturstaatsminister Weimer drei linke Buchhandlungen vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen – wegen „verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse“. Nun sagte er die gesamte Preisverleihung ab.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises bei der Leipziger Buchmesse am 19. März abgesagt. Grund sei die Debatte um die Streichung von drei linken Buchläden von der Nominiertenliste für den Preis.

Diese drohe den Sinn der Veranstaltung „zunehmend zu überlagern“, erklärte ein Sprecher Weimers. Eine „angemessene Würdigung“ der Preisträger scheine „kaum noch möglich“.

Weimer selbst hatte die Debatte entfacht

Was war passiert? Weimer selbst hatte die drei für den Buchhandlungspreis nominierten linken Buchhandlungen „The Golden Shop“ aus Bremen, „Rote Straße“ in Göttingen und „Zur schwankenden Weltkugel“ in Berlin vergangene Woche aufgrund von „verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen“ von der Nominiertenliste gestrichen. Was genau gegen die Läden vorliegt, ist nicht bekannt. Die Anwälte der Geschäfte wollen gegen den Ausschluss klagen. Darüber hinaus sorgte die Entscheidung für Kritik – unter anderem vom Schriftstellerverband PEN.

Ministerium kündigt „Dialogveranstaltung“ an

Weimers Sprecher teilte mit, das Ministerium werde zu einem späteren Zeitpunkt „zu einer Diskussion im Rahmen einer öffentlichen Dialogveranstaltung über Kunst- und Meinungsfreiheit und die Bedeutung staatlich finanzierter Kunstpreise einladen“.

Die Sieger-Buchhandlungen sollen Preisgeld und Urkunde auf direktem Wege erhalten, die Bekanntgabe der Hauptpreise solle in gesonderter Form erfolgen. Der Deutsche Buchhandlungspreis für rund 100 besonders engagierte kleine Buchläden ist mit Preisgeldern von 7.000 bis 25.000 Euro dotiert.

Source: tagesschau.de