Kuba: US-Küstenwache lässt russischen Öltanker nachdem Kuba pendeln

Die USA haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump einem russischen Tanker erlaubt, die Karibikinsel Kuba anzusteuern. „Wenn ein ​Land jetzt gerade etwas Öl nach Kuba ⁠schicken will, habe ich kein Problem damit, ​ob es nun Russland ist oder nicht“, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine ‌Air ⁠Force One.

Nach Angaben der Trackingplattform LSEG ist der mit US-Sanktionen belegte Tanker Anatoly Kolodkin auf dem Weg nach Kuba. Er habe bereits kubanische Gewässer erreicht und werde ​an diesem Montag im Hafen von Matanzas erwartet, meldete das offizielle Nachrichtenportal Cubadebate.

Zuvor hatte die New York Times berichtet, dass die US-Küstenwache das Schiff habe passieren lassen. Die Zeitung berief sich in ihrem Bericht auf einen US-Regierungsvertreter. Ein gewaltsames Aufhalten hätte das Risiko eines Konflikts mit Russland bergen können. Die russische Marine ⁠hatte den Tanker auf ​seinem Weg in die Karibik durch den Ärmelkanal eskortiert. Warum die Regierung von ‌Trump die Lieferung ‌zulasse, sei unklar gewesen, hieß es in der NYT.

Kuba ist seit drei Monaten ohne Öllieferung

Das Schiff war im russischen Hafen Primorsk ausgelaufen. Während die LSEG-Daten die Ladung auf etwa 650.000 Barrel Rohöl beziffern, sprach die NYT ​von 730.000 Barrel.

Die Lieferung dürfte die angespannte Lage in Kuba deutlich lindern. Dem kubanischen Präsidenten Miguel Diaz-Canel zufolge hat das Land seit drei Monaten keine Ölimporte mehr ‌erhalten. Dies führte zu einer strikten Rationierung von Benzin und verschärfte ​eine Energiekrise, die landesweit mehrfach Stromausfälle zur Folge hatte.

US-Präsident Trump hatte im Januar eine Anordnung unterzeichnet, die Zölle auf alle Länder vorsieht, die Öl nach Kuba verkaufen oder liefern. Zugleich haben die USA vor Kurzem – entgegen der Kritik zahlreicher Länder – ihre Sanktionen gegen Russland vorübergehend aufgehoben. Damit soll ‌die weltweite Ölversorgung verbessert werden, die durch Militärschläge der USA und Israels gegen den ​Iran eingeschränkt wurde.