Krise in Kuba: „Manchmal sage ich bei einem Stromausfall sogar: Danke!“
Dieser Artikel stammt aus unserem Ressort X und ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 15/2026.
Meine Mutter hat mir von dieser Reise abgeraten. Es gebe kein Essen auf Kuba, keine Medikamente, kein Benzin, keinen Strom. Die Polizei wird dich als Journalisten verfolgen. Und was ist, wenn Trump Truppen nach Kuba schickt und du auf der Insel sitzt? Meine Mutter kommt aus Kuba, seit mehr als 30 Jahren lebt sie in Deutschland. Sie sendete mir per WhatsApp: In Havanna operieren Gynäkologen mit Handytaschenlampen. Ich schickte ihr den Link zu einem Nachrichten-Podcast: „After Venezuela: Is Cuba next?“ – „Sehr interessant“, schrieb ich dazu. „Ich will sehen, wie es zu Ende geht, Mama“. Der Sozialismus auf Kuba. Mama gab schließlich nach. Sie sagte: „Ich bete für dich.“ Und: „Ich spreche mit Sofía.“ Ich holte meinen größten Koffer aus dem Keller und packte, Tütenessen für eine Woche, Klopapier, Batterien, Powerbanks, Medikamente für Freunde, eine Stirnlampe und eine Solarleuchte. Ich war bereit.