Kripo hielt Gefährdung Christina Blocks pro möglich

Unmittelbar nach der Entführung der Block‑Kinder in der Silvesternacht 2023/24 stuften Ermittler die Lage auch für Christina Block als gefährlich ein. Erst spätere Funde führten zu einem Verdacht. Im Prozess betont der Verteidiger, die Aussagen sprächen gegen einen Tatplan.

In den ersten Stunden nach der Entführung der Block-Kinder vom Wohnort ihres Vaters in Dänemark hielt die Hamburger Polizei zunächst auch eine Gefahr für Christina Block für möglich. Sie habe am 1. Januar 2024 gegen Mittag von der dänischen Polizei den Auftrag erhalten, die Mutter über die Entführung zu informieren, sagte eine Kriminalbeamtin am Donnerstag als Zeugin im Prozess vor dem Hamburger Landgericht. Man habe Christina Block aber weder an ihrer Anschrift noch im zur Block-Familie gehörenden Hotel „Grand Elysée“ angetroffen.

„Da es sich um eine vermögende Familie handelt, haben wir eine Gefährdungslage gesehen“, erklärte die 33-jährige Beamtin. Ein Tatverdacht habe sich erst ergeben, als in den Navigationsgeräten von zwei Mietfahrzeugen, die die mutmaßlichen Entführer am Flughafen zurückgegeben hatten, die Adresse des Elysées entdeckt worden war.

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An jenem Neujahrstag waren die beiden Block-Kinder, damals zehn und 13 Jahre alt, von den Entführern zu einem Bauernhof in Baden-Württemberg gebracht worden. Von dort holte Christina Block sie nach eigenen Angaben nach Hamburg. Der Unternehmerin wird vorgeworfen, einer israelischen Sicherheitsfirma den Auftrag zur Entführung gegeben zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, bestreitet dies.

Die 52-Jährige führt seit Jahren einen erbitterten Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel um die beiden jüngsten der vier gemeinsamen Kinder. Die Kinder waren im Sommer 2021 nicht wie vereinbart nach einem Wochenendbesuch bei ihrem Vater in Dänemark nach Hamburg zurückgekehrt.

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Blocks Verteidiger, Ingo Bott, wertete die Aussage der Kripo-Beamtin als Bestätigung, dass seine Mandantin ohne Vorsatz gehandelt und damit auch keine Straftat begangen habe. Sie habe die Silvesternacht im Hotel gefeiert und danach zu Hause ausgeschlafen. „Das widerspricht einem Tatplan“, sagte Bott. Die Polizei hätte sie am Morgen des 1. Januar finden können. „Es hätte all das nicht funktionieren können, wenn die Polizei ihren Job gemacht hätte“, erklärte der Verteidiger mit Blick auf den Vorwurf, Christina Block habe den Auftrag zur Entführung erteilt.

Es gibt sechs Mitangeklagte in dem Prozess, darunter auch der Lebensgefährte von Christina Block, Gerhard Delling (66), dem Beihilfe vorgeworfen wird. Für alle Beschuldigten in dem Fall gilt die Unschuldsvermutung. Alle Angeklagten weisen die Vorwürfe, so wie sie die Staatsanwaltschaft formuliert, zurück. Blocks Ex-Ehemann Hensel ist als Nebenkläger beteiligt, weil er bei der Entführung der Kinder verletzt wurde.

Source: welt.de