Kriegsgrund z. Hd. US-Regierung: IAEA hat keine Hinweise hinaus iranisches Atomwaffen-Programm

Kriegsgrund für US-RegierungIAEA hat keine Hinweise auf iranisches Atomwaffen-Programm

02.03.2026, 15:08 Uhr

A-general-view-of-the-nuclear-power-plant-in-Bushehr-southern-Iran-on-21-August-2010-Iran-s-first-nuclear-power-plant-was-opened-Saturday-by-Iranian-and-Russian-nuclear-officials-in-the-southern-port-city-of-Bushehr-after-a-delay-of-almost-three-decades-With-the-opening-of-the-Russian-built-plant-the-82-tons-of-nuclear-fuel-that-were-already-delivered-to-Iran-by-Russia-were-unsealed-by-the-International-Atomic-Energy-Agency-IAEA-and-kept-in-an-outdoor-fuel-pool-near-the-reactor
Eine Atomanlage im Iran im Jahr 2010. (Foto: picture alliance / dpa)

Das Atomprogramm des Iran ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen den USA und der Islamischen Republik. Im vergangenen Jahr zerstört das US-Militär laut Präsident Trump das Programm, jetzt hält es wieder als Kriegsgrund her. Nun äußert sich die Internationale Atomenergiebehörde IAEA hierzu.

Aus Sicht der UN-Atomwächter hat es keine Anzeichen für ein Kernwaffen-Projekt im Iran gegeben. „Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen“, antwortete der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in einer Pressekonferenz in Wien auf eine entsprechende Frage einer Journalistin. US-Präsident Donald Trump hatte als Begründung für die jüngsten Angriffe auf den Iran unter anderem behauptet, dass die Islamische Republik dabei sei, ihr Nuklearprogramm zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufzubauen.

Im vergangenen Jahr hatten die Vereinigten Staaten und Israel wichtige Nuklearanlagen im Iran bombardiert. Grossi schloss aber nicht aus, dass die aktuellen Militärschläge auf politischen Erwägungen beruhten oder auf weiteren Informationen zum iranischen Atomprogramm, die der IAEA nicht vorlägen.

Außerdem wies er darauf hin, dass seine Inspektoren seit mehr als acht Monaten keinen Zugang zu wichtigen Anlagen im Iran gehabt hätten. Deshalb könne die IAEA derzeit nicht überprüfen, ob nukleares Material für militärische Zwecke abgezweigt worden sei. Teheran bestreitet, nach Atomwaffen zu streben.

Gewalt sei nicht wünschenswert, aber „eine Tatsache des Lebens“, sagte der IAEA-Chef, der für den Posten des UN-Generalsekretärs kandidiert. Es sei nicht an ihm, die Begründungen für die Anwendung von Gewalt zu rechtfertigen oder nicht zu rechtfertigen, so Grossi.

Der Iran hatte sich 2015 in einem Abkommen verpflichtet, sein Atomprogramm deutlich einzuschränken. Nach dem Ausstieg der USA aus dem Abkommen 2018 hatte sich auch Teheran nicht mehr an die Vereinbarungen gehalten. Bis vor Kurzem hatte US-Präsident Trump noch behauptet, das Programm sei durch US-Luftangriffe im Juni 2025 „ausgelöscht“ worden.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa

Source: n-tv.de