Krieg in welcher Ukraine: Bundeswehr soll Waffenstillstand von einem Nachbarland aus absichern

Bundeskanzler Friedrich Merz steht direkt neben Selenskyj. „Auf dem Weg hin zum Frieden ist das ein weiterer Schritt“, sagt Merz. Er dankt der amerikanischen Regierung auch schon für die Gespräche im Dezember in Berlin, die nun fortgesetzt worden seien. Alle hätten dasselbe strategische Ziel: Nach vier Jahren sollen die Waffen in der Ukraine schweigen.

Ein Waffenstillstand müsse – anders als 2015 in Minsk – mit robusten Garantien abgesichert werden, sagt Merz. Nach einem Waffenstillstand werde die „Koalition der Willigen“ helfen, Russland vor weiteren Angriffen abzuschrecken. Jeder in dieser Koalition müsse sich auf seine Weise einbringen.

Deutschland sei bereit, in einem Nachbarland der Ukraine Truppen einzusetzen, um einen Waffenstillstand abzusichern. „Über Art und Umfang eines deutschen Beitrags werden Bundesregierung und Bundestag entscheiden, sobald die Bedingungen geklärt sind“, sagte er. Deutschland werde sich nicht nur politisch und finanziell, sondern auch militärisch einbringen. Voraussetzung sei der von den Vereinigten Staaten zugesicherte Backstop zur Absicherung des europäischen Engagements. Natürlich werde ein Kompromiss notwendig sein mit Russland, sagt Merz. Er könne nicht sagen, ob es in Wochen oder erst in sechs Monaten zu einem Friedensschluss komme. 

Merz fordert Selenskyj zudem auf, dafür zu sorgen, ​dass die jungen ukrainischen Männer Dienst in ihrem Land leisten. Dies müsse die Ukraine sicherstellen, damit die jungen Männer nicht nach Deutschland, Polen oder Frankreich ausreisten, so Merz.

Source: faz.net