Krieg in Nahost: US-Botschaft in Bagdad getroffen – Tote im Libanon
Der Iran-Krieg betrifft zunehmend die ganze Region. In der irakischen Hauptstadt Bagdad wurde das Gelände der US-Botschaft getroffen. Im Libanon starben zwölf Menschen bei einem israelischen Angriff. Auch die Hamas meldete sich zu Wort.
Die US-Botschaft in Iraks Hauptstadt Bagdad ist offenbar Ziel eines Luftangriffs geworden. Der Hubschrauberlandeplatz auf dem Botschaftsgelände sei von einer Rakete oder eine Drohne getroffen worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. Aufnahmen der Nachrichtenagentur AP zeigten eine aufsteigende Rauchsäule. Die Botschaft selbst äußerte sich bislang nicht dazu.
Der Botschaftskomplex in Bagdad ist eine der größten diplomatischen Einrichtungen der USA weltweit. Das Gelände wurde bereits zum zweiten Mal seit dem Beginn des Iran-Krieges vor zwei Wochen angegriffen. Die Attacke erfolgte, kurz nachdem bei Angriffen in der Hauptstadt zwei Kämpfer einer einflussreichen pro-iranischen Gruppe getötet worden waren.
Zwölf Tote bei israelischem Angriff im Libanon
Bei einem israelischen Luftangriff im Süden des Libanon wurden mindestens zwölf Mitarbeiter des Gesundheitswesens getötet. Bei den Toten handele es sich um Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Sie seien an einer Einrichtung zur medizinischen Grundversorgung im Einsatz gewesen.
Es handelte sich laut Ministerium um „den zweiten Angriff auf den Gesundheitssektor binnen weniger Stunden“. Zuvor hatte es demnach bereits einen Angriff in Sawaneh gegeben, bei dem zwei Sanitäter der pro-iranischen Hisbollah und der mit ihr verbündeten Amal-Gruppierung getötet worden seien.
Die Hisbollah hatte am Freitag weitere Raketen auf Israel abgefeuert. In der Nacht zuvor hatte die Schiiten-Miliz nach israelischen Angaben den bisher größten Raketenangriff auf Israel seit Beginn des Iran-Krieges ausgeführt. „Wir haben uns auf eine lange Konfrontation eingestellt“, sagte Hisbollah-Chef Naim Kassem in einer Fernsehansprache. Die Israelis müssten mit „Überraschungen auf dem Schlachtfeld“ rechnen.
Hamas: Iran soll Angriffe einstellen
Iran startete in der Nacht zum Samstag eine weitere Angriffswelle mit ballistischen Raketen auf Israel. Das berichteten iranische Staatsmedien. Die israelische Armee entdeckte mehrere aus Iran abgeschossene Raketen und aktivierte die Luftabwehr.
Die islamistische Hamas-Miliz im Gazastreifen forderte Iran auf, die Angriffe auf Nachbarländer einzustellen. Teheran habe zwar das Recht, sich „mit allen verfügbaren Mitteln“ gegen die Angriffe Israels und der USA zu verteidigen, hieß es in einer Erklärung. Dies sei mit dem Völkerrecht vereinbar. Auf Angriffe auf Nachbarländer sollten die „Brüder im Iran“ jedoch verzichten.
Katar fängt zwei Raketen ab
Die Streitkräfte des Golfemirats Katar haben über dem Zentrum der Hauptstadt Doha zwei Raketen abgefangen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP waren am frühen Morgen Explosionen zu hören. Die Behörden evakuierten wichtige Stadtgebiete, vor Niederlassungen großer US-Konzerne wurden Sicherheitskräfte postiert
Im zentralen Stadtteil Muscheireb erhielten einige Bewohner auf ihren Telefonen Warnungen, „das Gebiet unverzüglich zu verlassen und sich vorsorglich an den nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben“. Ein AFP-Journalist berichtete, dass zahlreiche Bewohner und Hotelgäste in unterirdische Parkhäuser eilten, um sich in Sicherheit zu bringen.
In Muscheireb befinden sich Niederlassungen des US-Tech-Konzerns Google und der US-Zahlungsfirma American Express. In Lusail nördlich von Doha standen Polizisten vor dem Eingang der katarischen Niederlassung des US-Technologiekonzerns Microsoft.
Die iranische Armee hatte zuvor Angriffe gegen wirtschaftliche Ziele der USA und Israels in der Region angekündigt, nachdem offenbar eine Bank in Teheran bei US-israelischen Angriffen getroffen worden war.
90 militärische Ziele auf iranischer Insel getroffen
Bei US-Angriffen auf die iranische Insel Kharg wurden mehr als 90 militärische Ziele getroffen. Es seien Lager für Seeminen, Raketenbunker und zahlreiche weitere militärische Einrichtungen zerstört worden, teilte das US-Zentralkommando (Centcom) mit. Die Ölinfrastruktur sei verschont geblieben.
Source: tagesschau.de