Krieg in Nahost: Heftige gegenseitige Angriffe umziehen weiter
Einschläge in Israel, Angriffe auf Irans Machtapparat, Kämpfe im Südlibanon: Im Krieg im Nahen Osten dauern die gegenseitigen Angriffe an. Israel betonte die Bereitschaft, den Krieg noch Wochen weiterzuführen.
Mehr als zwei Wochen nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten halten die gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und Israel sowie Iran an. Teheran nahm nach eigenen Angaben unter anderem erneut US-Stützpunkte in der Region ins Visier. Zudem kam es zu Einschlägen im Großraum Tel Aviv, etwa in Bnei Brak, Ramat Gan und Tel Aviv selbst.
Unter Beschuss kam auch Israels Norden. Die israelische Armee teilte mit, es seien Raketen von Iran aus auf Israel abgefeuert worden. Das israelische Nachrichtenportal ynet berichtete, auch aus dem Libanon seien zehn Raketen auf Israels Norden abgefeuert worden. Ein Teil sei abgefangen worden und der Rest in offenen Gebieten eingeschlagen.
Die iranische Armee griff nach eigenen Angaben das Hauptquartier einer israelischen Polizei-Spezialeinheit sowie ein Zentrum für Satellitenkommunikation mit Drohnen an.
Die israelische Armee wiederum startete eine weitere breitangelegte Angriffswelle auf Iran. Es sei Infrastruktur des iranischen Machtapparats im Westen des Landes angegriffen worden, hieß es in einer Mitteilung.
Emirate weiter unter Beschuss
Auch die Vereinigten Arabischen Emirate gerieten erneut unter iranischen Beschuss. Die Flugabwehr sei dabei, Raketenangriffe und aus Iran kommende Drohnen abzufangen, teilte das Verteidigungsministerium mit.
Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf die Islamische Revolutionsgarde, man habe Drohnen und Raketen auf die Luftwaffenbasis al-Dhafra in den Emiraten abgefeuert. Zuvor hatte es bereits Angriffe auf andere Golfstaaten gegeben.
Kämpfe im Südlibanon
Im Südlibanon liefert sich die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz nach eigenen Angaben „direkte“ Kämpfe mit der israelischen Armee. Die Kämpfe in der südlibanesischen Stadt Chiam hätten am gestern Abend begonnen, teilte die Miliz mit. Es seien „leichte und mittelschwere Waffen sowie Raketengeschosse“ zum Einsatz gekommen. Zudem griff die Miliz nach eigenen Angaben israelische Soldaten in drei Grenzdörfern an. Bei israelischen Luftangriffen gab es erneut mehrere Tote.
Der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah war nach Beginn des Iran-Kriegs wieder eskaliert. Die Hisbollah feuert Raketen auf Israel ab. Israel beschießt immer wieder Hisbollah-Ziele im Libanon und rückte inzwischen auch mit Bodentruppen auf libanesisches Territorium im Grenzgebiet vor.
Das US-Nachrichtenportal Axios berichtete unter Berufung auf Regierungskreise in Israel und den USA, Israel plane eine großangelegte Bodenoffensive im Libanon mit dem Ziel, das gesamte Gebiet südlich des Flusses Litani einzunehmen.
Im Südlibanon gibt es erneut Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz
Israel betont Bereitschaft zu weiteren Wochen Krieg
Israels Armee plant, den Krieg noch mindestens drei Wochen fortzusetzen. Es verblieben noch „Tausende Ziele“ in Iran, sagte ein Militärsprecher dem US-Sender CNN. „Wir sind bereit – in Abstimmung mit unseren US-Verbündeten – mit Planungen zumindest bis zum jüdischen Feiertag Pessach, der in etwa drei Wochen beginnt“, sagte er weiter. „Und wir haben sogar weitergehende Pläne für weitere drei Wochen darüber hinaus.“ Das jüdische Pessachfest beginnt am Abend des 1. April. Traditionell findet am Pessachabend ein großes Familientreffen statt.
Iran ist nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi bereit, jeden Vorschlag für ein Ende des Krieges zu prüfen. Ein solcher Entwurf müsse ein vollständiges Ende des Krieges der USA und Israels gegen die Islamische Republik umfassen, sagte er einer arabischen Tageszeitung. Der Minister wurde von der in London ansässigen Zeitung Al-Araby al-Jadeed mit den Worten zitiert, Vermittlungsbemühungen der Nachbarländer Irans seien im Gange mit dem Ziel, eine Deeskalation zu erreichen und Ideen zur Beendigung des Krieges vorzulegen.
US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Worten derzeit nicht bereit für ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs. „Iran will ein Abkommen schließen und ich will es nicht schließen, weil die Bedingungen noch nicht gut genug sind“, zitierte ihn der Sender NBC News. Auf die Frage des Senders, wie die Bedingungen aussehen müssten, habe Trump am Telefon erwidert: „Das möchte ich Ihnen nicht sagen.“ Er bestätigte aber, dass eine Verpflichtung des Irans, jegliche nukleare Ambitionen aufzugeben, Teil davon sein würde.
Source: tagesschau.de