Krieg in Libanon: Die Hizbullah begeht Mord am eigenen Land

Die Hizbullah bläst zum Endkampf gegen Israel. Vom „letzten Krieg“ schwadronieren Kommandeure. In der Schiitenorganisation haben sich die irantreuen Falken durchgesetzt, die nicht vor einem Himmelfahrtskommando zurückschrecken.
Für Libanon sind das schlechte Nachrichten. Denn auf das Überleben des Landes nimmt die Hizbullah noch weniger Rücksicht als auf ihr eigenes. Ihr Selbstmordversuch ist zugleich ein Mordversuch an ihrer Heimat. Nur ideologisch verblendete Fanatiker können in deren Zerstörung einen höheren Sinn erkennen.
Iranische Revolutionswächter in Libanon
Aber es geht in diesem Krieg gar nicht um Libanon. Die Hizbullah hat ihr Schicksal an das bedrängte Regime in Teheran geknüpft. Das illustrieren auch die mit Iran koordinierten Angriffe auf Israel. Es spricht Bände, dass Israel iranische Revolutionswächter in Libanon ins Visier nimmt. Dabei wird der Krieg gegen Iran durch die Angriffe aus Libanon kaum verlangsamt werden.
Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass der Libanonkrieg weitergeht, wenn sich der amerikanische Präsident längst aus seinem Iran-Abenteuer zurückgezogen hat. Israel kann kaum zulassen, dass die Hizbullah weiterhin eine Bedrohung darstellt. Und die Libanesen sollten hoffen, dass dieser Krieg tatsächlich der letzte Krieg der Hizbullah ist. Denn solange ihre Waffen Nachbarn bedrohen und Landsleute einschüchtern, hat Libanon keine Zukunft.
Source: faz.net