Krieg in jener Ukraine: Piloten aufwärts Menschenjagd

Der Gefechtsstand liegt unter der Erde. Eine Wand ist bedeckt mit Bildschirmen, davor sitzen Männer mit Kopfhörern. Es ist still. Ein Bildschirm zeigt eine Landkarte mit farbigen Symbolen, ein anderer eine Totale des Kampfgebiets aus großer Höhe. Wieder andere sind unterteilt, jedes Segment zeigt das Livebild von der Kamera einer Drohne.

Ein ukrainischer Soldat hat eines der Drohnenvideos angeklickt, jetzt füllt es den Bildschirm: ein zerbombtes Dorf von oben. Die Dächer sind fort, die Drohne sieht in die Zimmer. In den meisten liegt grauer Schutt, nur in einem frische rotbraune Erde. „Das ist aus ihrem Unterstand“, sagt der Soldat. „Das sind sie.“ Neben dem Erdhaufen liegt ein Stück Wellblech. „Schau dir den Rand an“, sagt der Soldat. Unter dem Rand eine dunkle Stelle. „Ihr Eingang.“

Dann die Explosion. Qualm füllt das Bild. Einer der Soldaten hat eine schwere Bomberdrohne über das Blech manövriert, eine „Vampir“. Die kann eine 15 Kilo schwere Mörsergranate tragen. Einige Hundert Meter über der Ruine hat sie angehalten, dann hat sie gezielt und die Granate fallen gelassen.

Der Rauch verzieht sich. Das Blech ist noch, wo es war. „Daneben“, sagt der Diensthabende. Ins falsche Zimmer. „Werdet ihr warten, bis sie rauskommen?“, frage ich. – „Die werden nicht rauskommen. Sie wissen, wenn sie rausgehen, leben sie keine zehn Minuten mehr. Die werden jetzt auf schlechtes Wetter warten. Auf Nebel, damit unsere Drohnen sie nicht sehen. Oder auf Wind, damit wir nicht fliegen können. Und bis dahin begraben wir sie unter Bomben.“

Delta ist eine Art Windows für den Krieg

Die Drohne ist die tödlichste Waffe dieses Krieges. Schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen hat Russland nach Schätzung des Center for Strategic and International Studies seit Anfang 2022 durch Tod oder Verletzung verloren, die Ukraine vielleicht halb so viele. Und zuletzt war fast jeder Tote das Opfer eine Drohne.

Die F.A.S. hat hinter den Linien mit acht ukrainischen Soldaten gesprochen, die als Piloten oder Kommandeure diesen Drohnenkrieg führen. Wir trafen uns an der nördlichen Front bei Charkiw sowie hinter Tschassiw Jar und Pokrowsk im Industriegebiet Donbass.

Überall zeigte sich: Die Ukraine nutzt an allen Frontabschnitten für das tägliche Gefecht ein einheitliches Computersystem namens Delta. Delta kann vieles auf einmal, es ist eine Art Windows für den Krieg. Auch die Monitore in dem unterirdischen Gefechtsstand sind mit Delta verbunden. Gerade zeigt der Diensthabende ein weites Landschaftsbild von einer hoch fliegenden Drohne: der Frontabschnitt seiner Einheit, vier Kilometer breit, zehn tief. Sein Teil der „Kill-Zone“, also des „gläsernen Schlachtfeldes“, auf dem sich heute, wie ein Soldat sagt, „keine Maus mehr bewegen kann“.

Manche schaffen es trotzdem, sich einzugraben. Sie nutzen Nebel oder Wind, rücken in Zweiertrupps vor und ducken sich für Wochen in irgendein Versteck. Der Diensthabende schätzt, dass sich in seinem Abschnitt 80 bis 100 Russen so eingegraben haben – in winzigen Löchern, bereit, die nächsten paar Hundert Meter vorzurücken, wenn die Sicht wieder schlecht ist.

Ein Icon führt zum Chatroom der Brigade

Auf einem anderen Monitor zeigt Delta die Landkarte mit den bunten Symbolen: eigene und feindliche Stellungen, Straßen mit Angaben über Zustand und Befahrbarkeit, Gräben, Minen, Stacheldraht. Mit einem Klick werden Hügel und Täler sichtbar, wichtig für die Route einer Drohne oder den Standort einer Gefechtsfeldkamera. Für jede Position kann das System das Schussfeld eines Maschinengewehrs errechnen, je nach Reichweite und Geländeform. Eigene Störsender können ebenso abgerufen werden wie versteckte Mikrofone.

Delta kann in Gefechtsständen genutzt werden, aber auch auf einem Smartphone draußen. Für die Front gibt es eine Version mit beschränktem Zugang – für den Fall, dass die Russen einen Soldaten gefangen nehmen und das Handy erbeuten.

Mit einem Klick geht ein Menü auf. Ein Icon führt zu Wikipedia, damit Soldaten sich über die Waffen des Feindes informieren können. Ein zweites führt zu einzelnen Brigaden und Kompanien, ihren Gefechtsaufträgen und dem Stand der Erfüllung. Ein drittes ist der Chatroom der Brigade. Ein viertes Icon öffnet ein Schachbrett von Flugbildern: Livestreams aller Drohnen am Himmel, abrufbar in voller Größe.

Die Brigaden bekommen Punkte für jede erfüllte Mission

Das Unterprogramm „Analytics“ speichert Statistisches: Anzahl erfüllter Missionen, Anzahl und Art getroffener Ziele, jeweils dokumentiert durch Videobeweis. Die Treffer werden dann mit einem Programm namens E-Baly verbunden, zu Deutsch etwa E-Punkte. Für jede erfüllte Mission bekommt die Brigade hier Punkte, je nach dem Wert des Zieles. Die Evakuierung von Verletzten bringt besonders hohe Guthaben. Weil sich Sanitäter in der Todeszone nicht mehr bewegen können, geschieht die oft mithilfe von ferngesteuerten Landfahrzeugen.

Für ihre Punkte bekommt die Einheit dann Geld, um auf dem freien Rüstungsmarkt zu kaufen, was sie gerade braucht: die neuesten Drohnenmodelle, Generatoren, Computer. Starke Brigaden werden so belohnt, schwächere müssen aufholen. Und weil jede Brigade weitgehend ohne Eingriffe von oben entscheidet, was sie von welchem Rüstungs-Start-up kaufen will, entsteht ein dynamischer Wettbewerb, auf dem sich die Technologie durchsetzt, die gerade am besten und am billigsten ist. Vom Großunternehmen bis zur Garagenwerkstatt suchen Produzenten Kontakt zur Truppe, um schnell zu verstehen, welche Neuerungen gerade im Kommen sind.

Ukrainische Soldaten tragen eine Abfangdrohne durch den Schnee.
Ukrainische Soldaten tragen eine Abfangdrohne durch den Schnee.AFP

So hilft E-Baly, im technischen Wettlauf mit den Russen mitzuhalten, aber auch von Fehlfunktionen ist die Rede. Wenn die Administratoren es versäumen, die Bedeutung eines neuen Kampfmittels zu erkennen, und es im Punktesystem zu niedrig bewerten, kann es geschehen, dass Einheiten im Feld die falschen Ziele bekämpfen. – Nicht die, welche objektiv am wichtigsten sind, sondern die, welche mehr „Baly“ bringen.

Am Ende kommt die „Vampir“

Die meisten Drohnen sind kleine, billige Quadkopter. Sie arbeiten nach dem FPV-Prinzip: „First Person View“. Dabei sieht der Pilot das Bild der Bordkamera live und steuert die Drohne wie in einem Computerspiel. Die Ukrainer verwenden dabei oft Varianten der chinesischen Drohnen Mavic oder Matrice – kleine Geräte mit relativ kurzer Reichweite, die feindliche Autos oder einzelne Soldaten anfliegen und dann explodieren. Weil der Feind oft wochenlang in Erdlöchern sitzt, wird dabei auf den Moment gewartet, an dem ein Trupp einen anderen ablöst und die Soldaten ins Freie müssen.

Daneben gibt es Aufklärungsdrohnen mit speziellen Kameras. Die fliegen hoch über der „Kill-Zone“, und wenn sie in einem bestimmten Abschnitt neue Fahrzeugspuren oder Fußpfade sehen, werden die kleineren FPV-Drohnen im Tiefflug losgeschickt, um die betreffende Waldung oder Ruine aus nächster Nähe abzusuchen. Wenn die dann ein verdächtiges Loch entdecken, wird die Vampir geholt. In so einem Fall wird dann die Artillerie um Unterstützungsfeuer gebeten. Die ist zwar wegen ihrer ausgeleierten Rohre zu ungenau für Punkttreffer, wenn sie zu arbeiten beginnt, traut sich der Feind aber nicht ins Freie. So kann er erstens nicht fliehen, wenn am Ende die schwere Vampir kommt, zweitens kann er auch nicht raus, um sie mit Schrotgewehren abzuschießen.

Für die Bomberdrohnen ist das wichtig, denn sie sind verletzlich. Sie schwirren nicht frei herum, wie die kleineren FPVs, sondern müssen über dem Ziel ein paar Sekunden anhalten, um genau zu treffen. Im Einsatz werden die Bomber deshalb oft von kleineren Drohnen begleitet, die das Feuer des Feindes auf sich ziehen. Am Ende sieht die Kamera der Vampir dann die Granate hinabtaumeln. Qualm wirbelt auf, und wenn er abzieht, liegen Tote am Boden.

Beide Seiten nutzen mittlerweile Drohnen am Glasfaserkabel

Lange hatten Drohnen eine große Schwäche: Weil sie per Funk gesteuert wurden, konnten Störsender sie stoppen. Seit 2024 setzten deshalb zuerst die Russen, dann auch die Ukrainer, auf eine Neuerung: Drohnen am Glasfaserkabel. Das läuft im Flug von einer Spule und ist immun gegen Störfunk. Die Ukrainer sagen, Russland habe hier einen Vorsprung von eins zu zehn, aber man hole auf.

Die Glasfaserdrohne hat noch weitere Vorteile. Sie hält auch dann Verbindung, wenn etwa ein Hügel sich zwischen sie und den Piloten schiebt. Sie kann sich in einem Graben am Straßenrand verstecken und warten, bis der Feind vorbeikommt. Im Gefechtsstand zeigt ein Video, wie das geht: Ein Laster kommt, die Drohne lässt ihn vorbei. Dann hebt sie ab, fliegt hinterher. Das Heck kommt näher, füllt den Bildschirm. Dann graues Flimmern: Ende der Mission.

In 16 Einsätzen hat die HX-2 nur einmal ihr Ziel verfehlt

Gegen besonders wertvolle Ziele wird eine weitere Drohnenart benutzt, die im Militärenglisch „Loitering Munition“ heißt. Damit sind Langstreckendrohnen gemeint, die nicht wie Hubschrauber fliegen, sondern wie Flugzeuge. Sie können über dem Feind kreisen, ihr Ziel erkennen und dann gleich angreifen. Sie sind wesentlich teurer, aber auch schneller und schlagkräftiger als FPV-Quadkopter und werden zum Beispiel gegen Kommandofahrzeuge und Radare benutzt.

Zu den Typen, welche die Ukraine benutzt, gehört die HX-2 des deutschen Herstellers Helsing, die von einem Gummikatapult startet. Erste Exemplare kamen offenbar im Herbst in die Ukraine. Die F.A.S. sprach im Hinterland von Pokrowsk mit drei Truppführern, die diese Waffe benutzen. Ihre Bewertung war fast durchweg positiv. Ihnen zufolge ist die HX-2 mit 240 Kilometern pro Stunde vergleichsweise schnell und mit Abwehrdrohnen oder Schrotgewehren schwer zu treffen. Die Reichweite von etwa 75 Kilometern ist offenbar gut – jedenfalls drei- bis viermal größer als die von Glasfaserdrohnen.

Nach den Glasfaserdrohnen scheint jetzt die Künstliche Intelligenz zu kommen. Zum Beispiel mit der deutschen Kamikaze-Drohne HX-2.
Nach den Glasfaserdrohnen scheint jetzt die Künstliche Intelligenz zu kommen. Zum Beispiel mit der deutschen Kamikaze-Drohne HX-2.dpa

Die Soldaten berichten, in 16 Einsätzen mit der HX-2 habe ihr Trupp nur einmal sein Ziel verfehlt, und vielleicht habe das am Piloten gelegen. Insgesamt sei diese Drohne „für eine Waffe der ersten Generation sehr erfolgreich“. Ihr Preis liege im unteren fünfstelligen Euro-Bereich und könne mit ukrainischen Produkten mithalten. Erste Schwierigkeiten mit dem Gummikatapult, das anfangs manchmal bei Frost riss, seien behoben, der Hersteller liefere beheizte Katapulte. Helsing reagiere schnell auf Probleme und entwickle die Waffe ständig weiter.

Künstliche Intelligenz bringt die Drohne auch ohne Piloten zum Ziel

Allerdings weisen die Soldaten auch auf Mängel hin: Anders als bei Käufen von konkurrierenden Herstellern hätten sie die HX-2 noch nicht „im System“ bekommen, also samt Transportfahrzeug, Generator, Störsender, Batterien und Starlink-Terminal. Eine zweite Kritik: Die Kamera der HX-2 sei nicht so gut wie die von spezialisierten Aufklärungsdrohnen. Deshalb falle es ihr schwer, aus großer Entfernung Details eines Zieles zu erkennen. Gegenwärtig setze man sie deshalb lieber zusammen mit Aufklärungsdrohnen ein.

Eine Besonderheit der HX-2 ist dabei, dass sie Künstliche Intelligenz benutzen kann. Dann steuert ein Pilot die Drohne, bis das Ziel in der Ferne auftaucht. Die Drohne speichert das Ziel, der Pilot gibt sie frei, und die Künstliche Intelligenz hält auch dann noch Kurs, wenn in der letzten Flugphase ein Störsender sie vom Piloten trennt. Der Feind kann dann kaum entkommen. Auch wenn er Haken schlägt, folgt die Drohne jeder Kurve.

Hinter der Front holen ukrainische Piloten ihre HX-2 aus dem Kofferraum.
Hinter der Front holen ukrainische Piloten ihre HX-2 aus dem Kofferraum.Oleksandr Techynskyi

Manche FPV-Drohnen benutzen ebenfalls KI, zum Beispiel die amerikanische Bumblebee. Allerdings berichten Soldaten, die automatische Zielverfolgung könne bei diesen auf Wendigkeit und schnelle Reaktion ausgelegten Waffen den Piloten noch nicht richtig ersetzen. Anders als die HX-2 sind sie eben nicht dazu da, große Ziele aus großer Entfernung anzugreifen. Sie müssen Waldpfaden folgen und dann aus nächster Nähe Ziele auswählen, die sie erst im letzten Moment erkennen: Generatoren, Schützenlöcher, Soldaten. Das könne nur ein Mensch.

Der größte Erfolg ist die Tötung eines russischen Piloten

Neben KI bestimmt ein weiterer Trend den Krieg dieser Tage: das Duell der Piloten. Weil die tödlichste aller Waffen die Drohne ist, sind die Männer dahinter Ziel Nummer eins, und auf E-Baly liegt die Tötung eines russischen Piloten ganz oben auf der Ertragsskala.

Im Gefechtsstand erläutert ein Soldat die Pilotenjagd. Am einfachsten ist sie, wenn eine Drohne mit altmodischem Analogfunk angreift. Dann ist es leicht, sich in ihre Kamera einzuhacken, ihr gesendetes Bild und damit ihre Route mitzuverfolgen. Daraus kann dann die Startposition abgeleitet werden.

Wenn allerdings Glasfaserdrohnen fliegen, oder wenn der Feind verschlüsselten Digitalfunk nutzt, geht das nicht. Manchmal kann man die Position des Feindes dann nur aus seinen Angriffszielen ableiten. Man kennt die Reichweite seiner Drohnen, und deshalb kann man auf der Karte aus mehreren Angriffspunkten eine Startregion ableiten.

Dann zählt man: Wie viele Granaten zu 15 Kilo haben uns getroffen? 100? Dann wiegen die zusammen 1500 Kilo. Wie viel Treibstoff für die Generatoren, wie viel Proviant für die Soldaten braucht man, um die ins Ziel zu bringen? – Die Rechnung ergibt eine Zahl von Pick-ups, die zur Versorgung der Piloten nötig sind, und daraus folgt, welche Feldwege der Feind wohl nutzt. Nach solchen Wegen sucht dann die Aufklärungsdrohne.

Wenn einer im richtigen Gebiet an einen passenden Ort führt, mit guter Deckung und hoher Lage, um beim Start die Batterie zu schonen, heißt das: Hier könnten die Piloten sein. Dann werden die FPVs losgeschickt. Ein Video zeigt, wie eine davon im Schritttempo einem Pfad durchs Gebüsch folgt. Am Ende sieht sie ein Erdloch. Sie fliegt hinein, der Bildschirm wird grau.

Ein Soldat sagt, bei solchen Einsätzen gebe es vier Grade von Erfolg. Der höchste: Tötung der russischen Piloten. Der zweite: ihre Stellung so beschädigen, dass sie fortmüssen. Der dritte: möglichst viel von ihrem Material vernichten, also Generatoren oder Treibstofflager. Das Minimalziel besteht darin, den Feind wenigstens für ein paar Stunden an der Arbeit zu hindern.

Videos der Tötungen werden online gepostet

Weil aber auch die Russen feindliche Drohnenpiloten jagen, ist Abwehr ebenso wichtig wie Angriff. „Wir lassen keinen Müll liegen, wir verwischen unsere Spuren, und wir räumen die Glasfasern weg, die zu uns führen“, sagt ein Drohnenpilot. „Und wenn wir nur Drohnen mit Analogfunk haben, halten wir das Funksignal zuerst so schwach wie möglich. Dann können die Russen sich erst in unsere Kamera einwählen, wenn unsere Drohne schon weit von uns weg ist, und sehen nicht gleich den Weg zu unserem Versteck.“

Die Piloten selbst sind abgebrühte Leute. Wenn sie Feinde jagen, zeigt der Bildschirm ihnen die letzten Sekunden im Leben ihres Opfers aus nächster Nähe. Sie sehen dann Gesichter, die von Anstrengung, von Wut oder von Todesangst verzerrt sind, oder solche, die nur fassungslos erstarren. Manchmal sehen sie jemanden, der im Zickzack flieht, manchmal jemanden, der einfach stehen bleibt, als könne er nicht glauben, dass dies das Ende ist. Manche kauern sich wie verschreckte Kinder in Gräben oder Ruinen zusammen, andere versuchen den Tod mit dem Stiefel abzuwehren. Wieder andere fallen auf die Knie. Am Ende graues Flimmern. Die Drohne ist explodiert, der Feind ist tot.

Auf die Frage, ob dieses tägliche Sterben am Bildschirm ihn nicht traumatisiere, sagt ein ukrainischer Drohnenpilot, seine Traumata habe er sich schon geholt, als er am Anfang des Krieges selbst unter russischem Feuer gewesen sei.

Weil Ukrainer ebenso wie Russen diese Filme ins Netz stellen, kann jeder beim Sterben zusehen. Das Publikum ist groß. Erfolgreiche Kommandeure präsentieren ihre Tötungsvideos mit Musik, mal opernhaft triumphal, mal cool gerappt. Auf dem Weg vom Schlachtfeld zum Smartphone wird der Tod zur Show.

Source: faz.net