Krieg in Iran: Regime-Anhänger vormachen nachher Freitagsgebet

Ein iranischer Mann hält ein Bild von Ayatollah Ali Khamenei während der Freitagsgebetszeremonie in der Mosallah-Moschee in Teheran, Iran.

Stand: 06.03.2026 • 17:25 Uhr

Das Mullah-Regime ist durch den Krieg stark geschwächt – doch offenbar kann es noch immer Anhänger mobilisieren. In Teheran demonstrierten Tausende nach dem Freitagsgebet gegen die Angriffe Israels und der USA.

Von Sebastian Felser, ARD Istanbul

Beim ersten Freitagsgebet seit Kriegsausbruch haben in Iran viele Menschen diese Gelegenheit genutzt, gegen den Krieg zu demonstrieren. Das Regime in Teheran hat Tausende Anhänger mobilisieren können. Auf dem Weg zu den Moscheen trugen sie Fahnen und protestierten lautstark gegen die amerikanisch-israelischen Luftangriffe. Außerdem verliehen sie ihrer Trauer wegen des Todes des Obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei Ausdruck.

Das staatlich kontrollierte Fernsehen zeigte zudem den Start einer angeblich fortschrittlichen Rakete, welche das iranische Militär auf Israel und US-amerikanische Ziele abfeuert.

Regime droht Kritikern

Trotzdem scheint auch die Nervosität in der verbleibenden Teheraner Führungsriege zuzunehmen. Das Internet ist offenbar wieder weitgehend gesperrt. Die Organisation Netblocks, die weltweit Internetsperren beobachtet, sprach von nur noch einem Prozent Konnektivität.

Außerdem hat der oberste Polizei-Chef des Landes, Ahmad Reza-Radan, vor regimekritischen Aktivitäten im Netz gewarnt. Darüber hinaus sagte er wörtlich, die Polizeikräfte seien „auf alles vorbereitet und stehen mit dem Finger am Abzug auf ihren Posten“.

Source: tagesschau.de