Krieg im Iran: USA und Iran widersprechen sich zu Verhandlungen obig Kriegsende
Die USA und die iranische Führung haben erneut widersprüchliche Aussagen zu möglichen Gesprächen für ein Ende des Irankriegs gemacht. „Wir haben nicht die Absicht, zu verhandeln – bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden“, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi im Staatsfernsehen. Man wolle den Krieg zu eigenen Bedingungen beenden und werde sich weiter gegen Angriffe wehren. Gespräche über Verhandlungen setzte Araghtschi mit dem Eingeständnis einer Niederlage gleich.
Zwar prüfe die iranische Führung über Vermittler überreichte Vorschläge aus den USA. Dies seien jedoch keine Verhandlungen, sagte Araghtschi. Es werde kein Abkommen geben und man werde sich nicht mit der US-Regierung arrangieren, bekräftigte auch der Sprecher des iranischen Präsidialamtes, Elias Hasrati. Entsprechende Berichte bezeichnete er als Lüge.
Nur wenige Stunden später erneuerte der US-Präsident seine Aussagen zur iranischen Verhandlungsbereitschaft. „Sie wollen unbedingt einen Deal machen, aber sie haben Angst, das zu sagen, weil sie glauben, sonst von ihrem eigenen Volk getötet zu werden“, sagte er bei einem Abendessen für republikanische Kongressabgeordnete. Trump ergänzte spöttisch, dass aus Furcht vor einer Tötung durch die USA ohnehin niemand den Iran führen wolle.
In den zurückliegenden Tagen hatte Trump mehrfach behauptet, zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten fänden Gespräche über ein Ende des Kriegs statt. „Wir sprechen tatsächlich mit den richtigen Leuten, und die wollen unbedingt einen Deal abschließen“, sagte er etwa am Montag. Die iranische Führung hat entsprechende Behauptungen stets dementiert.
US-Regierung will 15-Punkte-Plan nicht bestätigen
Vor einem Tag hatte die US-Regierung dem Iran laut übereinstimmenden Berichten einen 15-Punkte-Plan mit Bedingungen zur Beendigung des Krieges vorgelegt. Pakistan habe der iranischen Regierung einen entsprechenden Entwurf übergeben, berichteten mehrere US-Medien unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach verlangen die USA mutmaßlich ein Ende des Betriebs mehrerer iranischer Atomanlagen sowie freien Schiffsverkehr in der Straße von Hormus.
Später bestätigte Ägypten die Berichte. „Es gibt von den USA einen Entwurf für einen Plan, der der iranischen Seite übermittelt wurde und der nun geprüft wird“, sagte Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty. Über die darin enthaltenen Punkte könne er aber nicht sprechen. Auch aus pakistanischen Regierungskreisen war verlautet, ein US-Vorschlag für eine Waffenruhe sei dem Iran übergeben worden.
Die US-Regierung reagierte bisher bedeckt. „Das Weiße Haus hat diesen vollständigen Plan nie bestätigt“, sagte Regierungssprecherin Karoline Leavitt. Allerdings stimmten manche Aspekte, sagte sie, ohne weitere Details zu nennen. Die diplomatischen Gespräche gingen weiter, ergänzte Leavitt und bezeichnete diese als produktiv.
Der iranische Staatssender Press TV berichtete indes, die iranische Regierung habe den US-Plan abgelehnt und seinerseits eigene Forderungen aufgestellt. Wie die Nachrichtenagenturen Reuters und AP unter Berufung auf anonyme Quellen berichten, soll der Iran ein Ende des Krieges offenbar an einen Stopp der israelischen Offensive gegen die Hisbollah-Miliz geknüpft haben.
Israel ist nach Angaben seines Botschafters bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, nicht an Gesprächen mit dem Iran beteiligt. Die Nachrichtenagentur AP berichtete, israelische Vertreter seien von der Vorlage des Planes durch die US-Regierung überrascht worden.
Alle aktuellen Entwicklungen im Irankrieg lesen Sie in unserem Liveblog.