Krieg im Iran: Nato fängt Rakete aus dem Iran ab

Die Luftabwehr der Nato hat nach Angaben der Türkei eine vom Iran abgefeuerte ballistische Rakete im östlichen Mittelmeerraum abgefangen. Das Geschoss sei gestoppt worden, ehe es den türkischen Luftraum erreicht habe, hieß es vom türkischen Verteidigungsministerium. Trümmerteile ​der Abfangrakete seien in der südöstlichen Provinz Hatay niedergegangen, Verletzte gebe es nicht.

Die Türkei werde sich mit ihren Bündnispartnern beraten und behalte sich das Recht auf Gegenmaßnahmen vor. Das türkische Außenministerium legt Diplomatenkreisen zufolge zudem Protest bei dem iranischen Außenministerium ein.

„Wir verurteilen Irans Angriffe auf die Türkei“, sagte Nato-Sprecherin Allison Hart, „die Nato steht fest an der Seite aller Verbündeten, einschließlich der Türkei, während Iran seine wahllosen Angriffe in der gesamten Region fortsetzt“. Die Abschreckungs- und Verteidigungsbereitschaft bleibe in allen Bereichen, insbesondere in der Luft- und Raketenabwehr, stark.

Türkei gibt sich neutral

Die Türkei verhält sich im Krieg gegen den Iran neutral. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte sich am Wochenende besorgt über die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran gezeigt und alle Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen. Er warnte, der Nahe Osten, könnte zu einem „Feuerring“ werden, sollte der Konflikt nicht eingedämmt werden.

In der Türkei sind
auch US-Soldaten stationiert. Der wichtigste Nato-Luftwaffenstützpunkt
im Land ist in Incirlik in der südtürkischen Provinz Adana. Nach
US-Angaben sind dort rund 1.500 Militärangehörige stationiert. Der
Stützpunkt gilt als wichtiges Drehkreuz für die Nato in der Region.

Wird die Nato in den Konflikt gezogen?

Dass die Nato zur Konfliktpartei wird, gilt trotz des Raketenbeschusses der Türkei
als äußerst unwahrscheinlich. Generalsekretär Mark Rutte hatte in einem ARD-Interview zur Frage nach einer
möglichen Bündnisbeteiligung an dem Krieg gesagt, es gebe absolut
niemanden, der glaube, dass die Nato daran beteiligt werde. „Das ist Iran, das ist der Golf, das ist
außerhalb des Nato-Gebiets“, sagte er mit Blick auf den
Geltungsbereich der Beistandsklausel des Bündnisses. Hinzu kommt, dass
alle Mitgliedstaaten einem Bündniseinsatz zustimmen müssten.