Krieg gegen Iran: Viele Verletzte zusammen mit Angriffen in Israel

Israelische Einsatzkräfte begutachten Schäden nach dem Einschlag einer Rakete in Dimona.

Stand: 22.03.2026 • 01:12 Uhr

Bei iranischen Raketenangriffen in Israel sind mehr als 100 Menschen verletzt worden. Betroffen war unter anderem die Stadt Dimona in der Nähe eines Nuklearforschungszentrums. Iran sprach von einer „Reaktion“ auf den Natans-Angriff.

Bei einem iranischen Raketenangriff sind in der Nähe der Stadt Dimona im Süden Israels mehr als 100 Menschen verletzt worden. Die israelische Armee teilte mit, es habe einen „direkten Raketeneinschlag in ein Gebäude“ gegeben. Der Rettungsdienst versorgte nach eigenen Angaben 33 Verletzte in Dimona und weitere 75 Verletzte in der nahegelegenen Stadt Arad, wo es ebenfalls einen Raketenangriff gab.

Iran hatte Israel nach eigenen Angaben als Vergeltung für einen vorherigen Angriff auf die Atomanlage Natans attackiert. Wie der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mitteilte, behandelten seine Sanitäter in Dimona unter anderem einen zehn Jahre alten Jungen mit schweren und eine Frau mit mittelschweren Verletzungen. 31 Menschen wurden demnach durch Splitter oder auf dem Weg in die Schutzräume leicht verletzt. 14 weitere Menschen wurden zudem wegen eines Schocks versorgt.

Auf Bildern von AFPTV waren ein großer Krater und ein Trümmerhaufen zu sehen. Die Fenster und Fassaden umliegender Gebäude waren stark beschädigt. Der Rettungsdienst veröffentlichte ein Video, das ein brennendes Wohnhaus in der Stadt zeigt.

Weiterer schwerer Angriff in Arad

Am Abend meldete die israelische Armee einen weiteren „direkten Treffer“ in der Stadt Arad, die nördlich von Dimona liegt. Aufnahmen israelischer Medien zeigten stark beschädigte Gebäude. Der Rettungsdienst erklärte, in Arad seien 75 Menschen versorgt und mit Dutzenden Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht worden. Zehn Menschen erlitten demnach schwere Verletzungen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte, Israel sei nach dem „sehr schwierigen Abend“ entschlossen, seine „Feinde weiterhin an allen Fronten anzugreifen“.

Das Nuklearforschungszentrum Dimona liegt außerhalb der gleichnamigen Stadt in der Negev-Wüste. Nach offizieller Darstellung handelt es sich um ein Kernforschungszentrum. Weithin wird aber angenommen, dass die Anlage auch der Herstellung von Atomwaffen dient. Israel hat den Besitz von Atomwaffen nie offiziell bestätigt, aber auch nie dementiert.

IAEA fordert zu „größter militärischer Zurückhaltung“ auf

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erklärte im Onlinedienst X, sie habe Kenntnis von einem Raketeneinschlag in der israelischen Stadt Dimona, aber „keine Hinweise auf Schäden am Kernforschungszentrum Negev“. Erhöhte Strahlungswerte wurden in der Region demnach nicht festgestellt. IAEA-Chef Rafael Grossi rief zu größter militärischer Zurückhaltung auf, „nsbesondere in der Nähe von Nuklearanlagen“.

Der Iran hatte zuvor US-israelische Angriffe auf die heimische Atomanlage Natans gemeldet. Das iranische Staatsfernsehen berichtete, der Angriff auf Dimona sei eine „Reaktion“ auf den Angriff auf Natans. Die israelische Armee bestritt, dass sie die Atomanlage angegriffen habe.

Auch bei Raketenangriffen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz auf den Norden Israels wurden nach Medienberichten mehrere Menschen verletzt. In der israelischen Küstenstadt Eilat an der Südspitze des Landes gab es ebenfalls Raketenalarm.

Source: tagesschau.de