Krankenhäuser in Finanznot: Kliniken fordern höhere Zuzahlung jener Patienten
Krankenhäuser in FinanznotKliniken fordern höhere Zuzahlung der Patienten
19.03.2026, 06:59 Uhr

In Deutschland schreiben nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft 80 Prozent der Krankenhäuser rote Zahlen. Verluste müssen teils durch die öffentliche Hand ausgeglichen werden. DKG-Chef Gaß möchte nun bei den Patienten eine Gebühr erhöhen.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) spricht sich für eine Erhöhung der Patientenzuzahlung aus. „Eine Erhöhung der Zuzahlung auf 15 Euro wäre vernünftig und vertretbar. Die Zuzahlung war 2004 mit zehn Euro pro Tag eingeführt worden, seither wurde sie nicht erhöht“, sagte DKG-Chef Gerald Gaß der „Rheinischen Post“. Er betonte: „Zudem gibt es eine Härtefall-Regelung und eine Begrenzung: Man muss maximal für 28 Klinik-Tage im Jahr zahlen.“
„Die Lage ist ernst. Aktuell schreiben 80 Prozent der Kliniken rote Zahlen. Ein Drittel der Häuser in Deutschland ist von Insolvenz bedroht: 16 Prozent sind stark insolvenzgefährdet, weitere 21 Prozent gefährdet“, so Gaß.
Besonders betroffen sind Häuser mit kirchlichen und freigemeinnützigen Trägern, führt der Präsident des Deutschen Landkreistages, Achim Brötel, aus. „Auch den kommunalen Krankenhäusern geht es richtig schlecht, weil wir als Träger einen Defizitausgleich in der momentan erforderlichen Höhe schlicht nicht mehr leisten können. Nur die Landkreise allein haben von 2023 bis 2025 25 Milliarden Euro aufgebracht, um die Verluste ihrer Kliniken auszugleichen. Dabei steht uns das Wasser selbst bis zum Hals. Die Kommunalfinanzen sind bundesweit im freien Fall.“
Brötel fordert, die Krankenhausreform nachzubessern und Vorsorge-Pauschalen nicht mehr fallabhängig zu zahlen. „Wir brauchen eine fallzahlunabhängige Vorhaltevergütung. Alles andere führt nur zu einem unkontrollierten Kliniksterben, gerade im ländlichen Raum“, mahnt der Präsident.
Der DKG-Chef Gaß votiert für eine Verlängerung der Finanzhilfen für die Krankenhauslandschaft. „Im November soll die staatliche Ausgleichszahlung wegfallen, die der Bund den Krankenhäusern zur Stabilisierung der finanziellen Lage seit November 2025 gewährt. Es geht um vier Milliarden Euro. Wir appellieren an Bundesgesundheitsministerin Warken, diese Hilfe zu verlängern“, sagte Gaß.
Source: n-tv.de