Konsumklima: Kauflaune nebst Verbrauchern zum Jahresanfang verbessert

Experten sehen zum Jahresanfang einen Anstieg der Konsumstimmung in Deutschland. Das Konsumklima für Februar sei um 2,8 Punkte auf minus 24,1
Zähler gestiegen, teilten die GfK-Marktforscher und das Nürnberg Institut für
Marktentscheidungen (NIM) mit. Der höhere Mindestlohn und gesunkene Inflationsängste belebten die Einkommenserwartungen, sagte der NIM-Konsumexperte Rolf Bürkl. Demnach stieg der Indikator im Januar um zwölf Zähler auf 5,1 Punkte. 

Auch die Anschaffungsneigung der Verbraucher stieg infolge der
verbesserten Einkommensaussichten. Das Barometer zur grundsätzlichen
Bereitschaft zum Kauf teurer Güter wie Möbel oder
Unterhaltungselektronik stieg im Januar um ⁠3,5 Zähler auf minus 4,0
Punkte. Ein höherer Stand wurde zuletzt im März 2022, kurz nach dem
Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, gemessen.

Handelskonflikte könnten die Konsumstimmung ​schnell wieder einschränken

Mit dem ⁠aktuellen Anstieg könne das Konsumklima ​die starken Verluste aus dem Vormonat zu einem wesentlichen Teil gutmachen, hieß es. Der Einkommensindikator gewann im Januar zwölf Zähler hinzu und stieg auf nunmehr 5,1 Punkte. Trotz des Anstiegs für Februar bleibe das Niveau aber niedrig. Eine Festigung des positiven Trends in den kommenden Monaten bleibe abzuwarten, sagte Bürkl. Die anhaltenden geopolitischen Spannungen sowie eine Eskalation der Handelskonflikte könnten die Stimmung ​schnell wieder zum Kippen bringen. „Somit steht die aktuelle Aufhellung durchaus auf tönernen Füßen“, sagte er.

Die Forschungsinstitute befragen für das Konsumklima monatlich Verbraucherinnen und Verbraucher zu ihrer Stimmung. Dafür berücksichtigen sie die Einkommenserwartungen für die nächsten zwölf Monate, die Sparneigung und die Anschaffungsneigung. 

Neben dem Konsum stieg auch die Beschäftigung leicht. „Der Stellenabbau verlangsamt sich,
kommt aber noch nicht zum Stillstand“, teilte der Umfragenleiter des Münchner ifo Instituts, Klaus Wohlrabe, zudem mit. Vor allem in der
Industrie bleibe der Arbeitsmarkt unter Druck, eine Trendwende sei noch
nicht in ⁠Sicht. „Vor allem die Autobranche und Unternehmen im
Metallbereich ⁠planen mit weniger Mitarbeitern“, hieß es.
Zuletzt verzeichnete das Arbeitsmarktbarometer den sechsten Monat in
Folge mehr als 100 Punkte. Nach einem Rückgang zum Vormonat um 0,1
Punkte lag es im Januar bei 100,1 Zählern.