Konflikt um Grönland: Dänemark und Nato wollen Verteidigung in jener Arktis verbinden stärken
Nach der vorläufigen Einigung im Grönlandstreit mit den USA haben sich Nato-Generalsekretär Mark Rutte und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen für ein stärkeres Engagement der Allianz in der Arktis ausgesprochen. Rutte schrieb nach einem Treffen der beiden auf X, Dänemark und die Nato würden ihre Zusammenarbeit ausbauen, um Abschreckung und Verteidigung in der Arktis zu stärken. Außerdem werde Dänemark seine Investitionen erhöhen, um noch mehr für die gemeinsame Sicherheit zu tun.
Auch Frederiksen bezeichnete Verteidigung und Sicherheit in der Arktis als eine „Angelegenheit des gesamten Bündnisses“. Nach dem Treffen mit Rutte teilte sie mit, dass sie noch an diesem Freitag in die grönländische Hauptstadt Nuuk weiterreisen werde, um Regierungschef Jens-Frederik Nielsen zu treffen.
Verhandlungen sollen zügig beginnen
Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hatten Rutte und US-Präsident Donald Trump einen „Rahmen für ein zukünftiges Abkommen“ über die Sicherheit in der Arktis vereinbart. Teil dieses Rahmens soll die Neuverhandlung eines 75 Jahre alten Vertrags über die US-Militärpräsenz in Grönland sein.
Wie die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf den dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen berichtete, hat bereits am Donnerstag in Washington, D. C. ein erstes Treffen zwischen Vertretern Dänemarks, Grönlands und der USA stattgefunden. Wer daran teilnahm, sagte der Minister jedoch nicht.
Bei dem Treffen in Washington sei nun ein Plan für das weitere Vorgehen der dänisch-grönländisch-amerikanischen Arbeitsgruppe entwickelt worden, sagte Løkke Rasmussen laut Ritzau. Wann die künftigen Treffen der Gruppe stattfinden werden, wolle man nicht ankündigen, sagte der Außenminister. „Denn wir wollen der Sache die Dramatik nehmen. Jetzt brauchen wir einen ruhigen Prozess“, sagte der 61-Jährige demnach.
Trump hatte in den letzten Wochen immer wieder Anspruch auf Grönland erhoben und damit gedroht, sich das zum Nato- und EU-Mitglied Dänemark gehörende autonome Gebiet notfalls mit Gewalt zu „nehmen“. Gerechtfertigt hatte Trump diese Drohung mit Bedenken bezüglich der nationalen Sicherheit seines Landes. Am Mittwoch vollzog Trump in Davos dann eine Kehrtwende: Der US-Präsident gab bekannt, er wolle die Arktisinsel nicht mit Gewalt einnehmen und auf angekündigte Strafzölle gegen mehrere europäische Staaten verzichten.