Konflikt in jener Karibik: Schusswechsel vor Kuba: Vier Insassen eines US-Schnellboots getötet

Ein Schnellboot aus Florida gerät in einen Schusswechsel mit Kubas Küstenwache. Vier Menschen sterben, sechs werden verletzt. Die Hintergründe sind noch ungeklärt.
Die kubanische Küstenwache hat nach Angaben aus Havanna bei einem Schusswechsel mit Insassen eines in den USA registrierten Schnellboots vier Menschen getötet und sechs weitere verletzt.
Grenztruppen hatten das Boot demnach am Mittwochmorgen (Ortszeit) in kubanischen Territorialgewässern entdeckt. Das „illegale“ Boot sei in einer Seemeile Entfernung von der Küste der kubanischen Provinz Villa Clara entdeckt worden, teilte das Innenministerium in Havanna am Mittwoch mit.
Als eine Einheit der Grenztruppen zur Identifizierung herangefahren sei, habe die Besatzung des Schnellboots das Feuer eröffnet. Dabei sei der Kommandant des kubanischen Schiffs verletzt worden, erklärte das kubanische Innenministerium. In dem nachfolgenden Schusswechsel seien dann auf dem Schnellboot vier Menschen getötet und sechs verletzt worden. Die Verletzten seien von dem Boot geholt worden und würden medizinisch versorgt.
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Kubas Regierung: Schutz der eigenen Hoheitsgewässer
Das Schnellboot ist nach Angaben des Ministeriums im US-Bundesstaat Florida registriert. Zur Identität seiner Insassen und den möglichen Gründen ihrer Fahrt vor die kubanische Küste machte das Ministerium keine Angaben.
„Kuba bekräftigt seinen Willen, die Territorialgewässer zu schützen, wobei die nationale Verteidigung eine grundlegende Säule für den kubanischen Staat zum Schutz seiner Souveränität und der Stabilität in der Region ist“, teilte die kubanische Präsidentschaft auf X mit.
Der Vorfall ereignete sich inmitten verschärfter Spannungen zwischen den USA und Kuba. US-Präsident Donald Trump hatte nach der Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz die Öllieferungen Venezuelas an Kuba unterbinden lassen. Staaten, die Erdöl an den Karibikstaat liefern, drohte er mit zusätzlichen US-Zöllen. Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind bereits seit der Revolution von 1959 unter Fidel Castro angespannt.
Die Ölblockade hat die Wirtschaftskrise in dem kommunistisch regierten Karibikstaat verschärft. Kubas Regierung ordnete drastische Energiesparmaßnahmen an. Unter anderem wurden der Schulunterricht sowie der öffentliche Nahverkehr eingeschränkt und Arbeitszeiten reduziert. Am Mittwoch teilte das US-Finanzministerium dann jedoch mit, dass die Beschränkungen für venezolanische Ölexporte nach Kuba gelockert würden.
Source: stern.de