Konflikt Afghanistan und Pakistan: Pakistan greift Ziele in Grenzregion zu Afghanistan an
Pakistan hat nach eigenen Angaben sieben Ziele in der pakistanisch-afghanischen Grenzregion aus der Luft angegriffen. Wie das pakistanische Informationsministerium mitteilte, richteten sich die auf Geheimdienstinformationen gestützten Operationen gegen die pakistanischen Taliban und verbündete Gruppen. Demnach wurde auch eine Gruppe attackiert, die mit der Miliz „Islamischer Staat“ (IS) verbündet sein soll.
Ein Sprecher der von den Taliban geführten afghanischen Regierung teilte mit, dass bei den Angriffen zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden seien – darunter Frauen und Kinder. Genauere Angaben machte die Regierung in Kabul nicht. Die Angriffe ereigneten sich demnach in den Regionen Nangarhar und Paktika.
Das afghanische Verteidigungsministerium verurteilte die Luftangriffe als eklatante Verletzung der nationalen Souveränität und bezeichnete sie als „Verstoß gegen das Völkerrecht, die Grundsätze der guten Nachbarschaft sowie die islamischen Werte“. In der Erklärung des Ministeriums hieß es zudem: „Zu gegebener Zeit wird eine angemessene und maßvolle Reaktion erfolgen.“
Reaktion auf die jüngsten Anschläge in Pakistan
Aus Pakistan hieß es, die Angriffe seien eine Reaktion auf den Bombenanschlag auf eine schiitische Moschee in Islamabad sowie auf weitere Attacken im Nordwesten des Landes. Das pakistanische Außenministerium teilte mit, man habe
„eindeutige Beweise“ dafür, dass die Anschläge von den
pakistanischen Taliban auf Anweisung „ihrer Führung in
Afghanistan und deren Drahtzieher“ verübt worden seien. Es seien gezielt
sieben Terroristenlager und Verstecke der pakistanischen Taliban
sowie des IS in der Provinz Khorasan angegriffen
worden.
Der IS hatte den Anschlag in der pakistanischen Hauptstadt vor zwei Wochen für sich reklamiert. Dabei waren nach pakistanischen Angaben 31 Menschen getötet und mehr als 160 verletzt worden.
Die Spannungen zwischen den beiden Ländern haben immer wieder zur Schließung wichtiger Grenzübergänge geführt und den Handel und die Aktivitäten entlang der 2.600 Kilometer langen Grenze beeinträchtigt.
Zuletzt sind im November die von der Türkei und Katar vermittelten Friedensgespräche zwischen Pakistan und Afghanistan gescheitert. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Verhandlungen, die auf eine Beruhigung der Lage im Grenzgebiet und die Stabilisierung der seit dem 19. Oktober geltenden Waffenruhe abzielten.